Kritik unerwünscht

Der Streit innerhalb der Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 um die Entscheidungsstrukturen schwelt weiter – und erhielt durch die jüngste Mitgliederversammlung des Umkehrbar e.V. neue Nahrung. Die bestehenden Macht- und Einflussstrukturen wurden deutlich gestärkt, so dass dringend notwendige interne Reformen bis auf Weiteres unterbleiben werden. –> weiterlesen

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2 Antworten zu Kritik unerwünscht

  1. Elvira Weißmann schreibt:

    Ich verstehe dass du sagst, die Bewegung gegen Stuttgart21 würde auch mauscheln, ebenso wie das System, das sie anprangert.

    Ich verstehe weiter dass geschlossene Strukturen geschaffen werden, die undurchdringbar sind, insbesondere die APS und Unumkehrbar, die es nunmehr geschafft haben, alle „Schlüsselpositionen“ undurchdringbar zu machen, ich verstehe du sagst aus „Machtgeilheit“.

    Du nennst hier eine erkleckliche Summe, die es zu verwalten gilt und beklagst, dass Auswahlkriterien getroffen werden. Und dass der Widerstand dadurch an Kreativität und Buntheit verlieren wird. Und dass die Montagsdemos zur Agitation gegen Kräfte aus dem Widerstand genutzt werden auch ein Grund, weshalb die Menschen wegbleiben sowie eine thematische Einengung, die dem Widerstand schadet. Und du fragst dich, wie lange kritische, engagierte Aktivisten noch Kraft und Energie in eine Demokratisierung der Bewegung stecken wollen.

    Meine Antwort darauf ist: Am besten gar keine mehr. Stattdessen viel Kraft in eigene Projekte! Gegen den Gegner und nicht gegeneinander. Ganz selbstbestimmt und in eigener Verantwortung

    Meines Wissens ist der Verein gegründet worden, damit man die Spendengelder vertrauenswürdig und projektbezogen verwalten kann.
    Wenn unsere BG beispielsweise ein Projekt hatten, mussten wir einen Finazierungsplan (mit Erfolgsaussichten!) erstellen. Der wurde nicht nur von der von dir angesprochenen Kassiererin geprüft, sondern vom kompletten Finanzteam. Wenn’s nix war, gab’s auch kein Geld, und für so manches haben wir zusammengelegt und es aus eigener Tasche bezahlt. Ja, und auch ziemlich gemault bei Ablehnung, haben unser Ding dann aber trotzdem durchgezogen wenn wir davon überzeugt waren. Machen wir immer noch so.

    Dass hier ein Element der Bewegung „die Macht im Universum“ an sich reißen wollen kann ich beim besten Willen nicht wahrnehmen. Stattdessen sehe ich Menschen, die sich engagiert einsetzen. So wie auch ihr z.B. in der Blockadegruppe (Dank an dieser Stelle für eure unermüdliche Arbeit).

    Hingegen verstehe ich, wenn man es irgendwann leid ist, nur noch kritische Stimmen oder „Ideen“ angetragen zu bekommen nach dem Motto „ich hab sie ja gebracht, jetzt mach du/macht ihr mal“. Ich verstehe auch, wenn man keine Menschen in Gremien haben möchte, die einen eh schon unablässig attakiert haben – wie soll so eine Zusammenarbeit aussehen ohne kleinsten gemeinsamen Nenner?

    Mir geht es so – ich möchte weder die einen noch die anderen missen, denn wir sind alle wichtige Teile der Bewegung: All Roads are good wie der Indianer sagt.

    Müde und überdrüssig bin ich der Kämpfe, die mir jede Energie rauben. Als wäre wir Feinde, als hätten wir kein gemeinsames Ziel. Wer sich darüber freut – nee, ich sag’s nicht schon wieder ist eh allen klar.

    Welche Wege gibt es denn, aufeinander zuzugehen ohne die ständige Anklageerhebung?
    Bis jetzt habe auch ich mit nahezu jedem Menschen im Widerstand sprechen und mich austauschen können. Nicht dass ich deswegen immer das bekommen habe was ich wollte. Aber hey, das ist das Leben, so geht’s mir auch im Beruf und in der Freizeit. Bisher habe ich auch immer eigenverantwortlich bzw. verantwortlich gegenüber meiner BG gehandelt. Und hey, das ist im wahren Leben auch nicht anders. (Nur zur Vorsicht: Hier ist KEIN Vorwurf vesteckt)

    Was mir auffällt: Die anderen reden nicht über euch. Schon gar nicht schlecht in der Öffentlichkeit. Schon gar nicht mit langen Veröffentlichungen in Foren. Ganz ehrlich, ich finde das den besseren Stil, zumal es nicht wieder und wieder die Bewegung einer negativen Presse in den Rachen wirft.

    Ich wünsche mir von uns allen, dass wir uns irgendwie wieder berappeln und erkennen, dass wir untereinander nicht Feinde sind sondern zuweilen/oft verschiedene Auffassungen haben. In diesem Fall wünsche ich uns allen die Energie, unsere Sache in die Hand zu nehmen und zu gestalten und umzusetzen anstatt von draußen an der Tür zu rütteln und zu sagen „die lassen mich nicht rein“ – Jedem von uns, persönlich und jeder Gruppierung.

    Mit allem Respekt vor dir/euch und deiner/eurer Leistung empöre ich mich gegen die stete und destruktive Anklageerhebung gegen Mitstreiter. Bitte nutzt eure Energie konstruktiv. Damit ist uns allen geholfen.

  2. Esky Bail schreibt:

    Ja – Elvira Du hast ja so recht –
    und Zwuckelmann auch – Du hast ja so recht!
    Was nun?
    Es ist trotzdem erschreckend und auch beschämend, dass jetzt bei der Mitgliederwahl von schon angenommenen MItgliedern – 12 antragstellende aktive Gegner – ausgegrenzt wurden. Bürgerbewegte Menschen lehnen bürgerbewegte Menschen, die anders denken ab. Ich für meinen Teil sage dazu, dass ich das Ganze 50 % als Test und 50% als Ernst gemacht habe – nämlich – eine Bewerbung um die Mitgliedschaft. Da ich alle Leute kenne – die als Mitglieder stimmberechtigt sind – konnte ich mir ausrechnen, dass mehr als 2/3 gegen mich stimmen würden, da ich schon oft konstruktive Kritik geäußert habe auf verschiedenen Ebenen. (Allerdings habe ich persönlich mit dem Finanzteam (S.Heimsch) keine schlechten Erfahrungen gemacht, sie hat Beträge, die bei Aktionen anfielen und nach Prüfung gleich am nächsten Tag auf das angegebene Konto überwiesen.) So war es denn auch. 14 Mitglieder haben gegen mich gestimmt und der Rest mit einer Enthaltung für mich. Damit konnt ich sehr gut leben, obwohl ich beim Vorstandsvorsitzenden nach der Begründung gefragt habe. Er mailte mir zurück, dass jeder nach seinem Gefühl abgestimmt habe. Eigentlich hätte das Ergebnis zu einer inhaltlichen großen Diskussion führen müssen – aber das Bedürfnis war wohl nicht da – oder wurde unterdrückt. Und vom Vorstand einfach gleichgültig hingenommen. Das ist besonders „lobenswert“. Solche Vorstandssitzende hat man dann gerne.

    Ich war jedenfalls sehr froh, dass mein Bauchgefühl mich nicht betrogen hat und ich den „Laden“ abhaken kann, was nichts mit meinem jetzt schon 20jährigen Engagement gegen Stuttgart 21 zu tun hat. Ich sammle Unterschriften für das Bürgerbegehren und verteile Flyer gegen das Stadt-Bahn-Chaos und bin ansonsten in vielen Richtungen gegen Stuttgart 21 unterwegs. Eine so lächerliche Mitgliedschaft in einem so schrägen Verein, wie es sich jetzt „für mich auch bewahrheitet hat“, kann meine Aktivität gegen Stuttgart 21 natürlich überhaupt nicht stoppen.

    Verwundert hat mich, dass Fritz MIelert, wie auch Zwuckelmann schrieb, geäußert haben soll, die Personen ausgeschlossen werden sollten, die den Verein „Umkehrbar e.V.“ schon diskreditiert hätten. Dass das jemand schreibt, der Karriere als Gegner bei den Anstiftern gemacht hat und Geschäftsführer bei den „Anstiftern“ ist, hat mich sehr verwundert und sehr enttäuscht, da ja die Anstifter ein sehr kriitisches Forum sind. Vielleicht ist es ja auch ein Doppelspiel – so undurchsichtig wie viele Vorkommnisse in unserer Bewegung gegen Stuttgart 21. Außerdem ist ja nicht eine Kritik am Finanzteam oder an ähnlichen Bewegungs-Zusammenhängen eine „Diskredition“. Also gibt es hier Gute und NIchtgute und die Guten wurden aufgenommen und diejenigen, die öfters schon mal eine kritische Stimme erhoben haben in verschiedenen Richtungen – wurden ausgegrenzt. Na – prima!

    So sind alle INSIDER wieder unter sich und der „Lobbyismus“ feiert Hoch-Zeit. Eigentlich sollte ja eine größere Basisdemokratie eintreten – aber diese Chance wurde wieder mal vertan. Also werden sich die „Die Guten MItglieder“ weiter in ihrem Kreis drehen und sich wie Vampire im Pferdefleisch festbeißen. Was für ein tolles Erfolgserlebnis?

    Esky Bail

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