Nicht wahr, Du Heini!

„Das ist nicht wahr!“, dachte ich, als ich heute früh hörte, dass sich unser aller schlichter Heiner Geißler wieder zu Wort gemeldet hat. Im Deutschlandradio Kultur hat er ein Interview gegeben. Wenige Stunden später ziert sein Gesicht mitsamt der dpa-Meldung schon sämtliche Stuttgarter Medien auf den Online-Titelseiten (SWR, StZ, StN).

„Stuttgart21 muss gebaut werden“, sagt Geißler. Seine Sätze in dem Interview sind gespickt mit zahlreichen „Nichtwahrs“, bei denen ich immer wieder versucht bin, zu rufen: Genau, das ist nicht wahr, du Heini!

Geißler ist ein unverbesserlicher, kaltschnäuziger Demagoge! Das führt er uns in diesem Interview in Perfektion vor. Er will schon wieder glauben machen, dass Stuttgart21 alternativlos sei. Dabei weiß er als Politiker genau, dass es keine Alternativlosigkeit gibt. Alternativlosigkeit wird von Politikern immer dann ins Feld geführt, wenn Vernunft, Fakten und Argumente nicht mehr überzeugen können. Mit dem bestehenden Kopfbahnhof gibt es sogar eine real existierende Alternative zu Stuttgart21!

Und Geißler will schon wieder glauben machen, dass ein Ausstieg zwei Milliarden Euro kosten würde. Dabei gibt es auch hier Berechnungen, die nahelegen, dass ein Ausstieg wesentlich günstiger kommt. Die Bahn jedenfalls konnte bis heute nicht glaubhaft darlegen, wie teuer ein Ausstieg würde.

Doch anstatt diese Statements kritisch zu hinterfragen (Woher nimmt Geißler das Wissen um die zwei Milliarden? Wieso kann er behaupten, „weiter“bauen sei auf jeden Fall besser als ein Ausstieg), werden seine Worte wie Wahrheiten in allen etablierten Stuttgarter Medien veröffentlicht. Die Gegenoffensive zur Ausstiegsdiskussion läuft auf Hochtouren! Ziel ist ganz klar, die Glaubwürdigkeit, die Geißler in breiten Teilen der Bevölkerung genießt, zu missbrauchen, um für das tote Pferd Stuttgart21 Stimmung zu machen. Und das genau an dem Tag, an dem Kefer mit Hermann und Kuhn spricht – was für ein Timing!

Der Gipfel der demagogischen Dreistigkeit ist Geißlers Äußerung, dass die steigenden Kosten „ein lösbares Problem“ seien. Natürlich sind steigende Kosten ein lösbares Problem, du Heini! Nämlich indem sie jemand zahlt! Da bricht der Vollblutpolitiker aus Geißler heraus, dem es scheißegal ist, wie teuer ein sinnloses Vorhaben wird. Nicht er, sondern der Steuerzahler zahlt ja. Glaubt ihm kein Wort, dem Heini!

Oben bleiben!

P.S. Der Wortgebrauch der Medien lässt tief blicken. Offenbar befinden wir uns in einem großen, lustigen Kartenspiel: die „Sprechklausel“ wird wie ein Kreuz Ass „gezogen“. Dabei wird so getan, als wäre das ein großer, letzter Trumpf im Ärmel der Bahn. In Wahrheit ist die Sprechklausel alles andere als ein Trumpf, denn sie würde einer gerichtlichen Prüfung ganz sicher nicht standhalten.

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12 Antworten zu Nicht wahr, Du Heini!

  1. Und der Heiner ist Mitglied bei Attac ?!?! Er sollte ganz schnell einen IQ-Test machen lassen – oder hat es schon Alzheimer?

    • anticapitalista2 schreibt:

      IO – Test? Senil ? Alzheimer? – Ich weiß nicht.
      Ich denke viele Menchen haben immer noch das Wort Schlichter im Kopf und denken deshalb er wäre neutral. Aber das ist er sicherlich nicht. Er verfolgt ein Ziel. Quasi – Viagra für Merkel (Criminal Desperate Union)

  2. horstosius schreibt:

    Also lieber Zwuckelmann, es ging mir heute genauso. Ich dachte zunächst an einen Witzbold, der schnell noch vor der Hermann/Kuhn/Keferrunde eine karikierte Meldung ins Netz gestellt hat.
    Im Grunde eine blöde Widerholung seines Ausspruchs aus der „Geister Schlichtershow“ wo er gesagt hatte, „Geld liegt wie Heu auf der Strasse“. Das mag ja für seine Klientel stimmen, doch besser man schicke ihm mal kurz die Heydemannsche Tabelle zu, damit er endlich begreift, über was sich die Öffentlichkeit Gedanken macht. Da er von Bahntechnik keine Ahnung hat, hatte er den technischen Murks garnicht erst erwähnt. Dafür ein dreifaches Lob an Heini.

  3. Leselotte schreibt:

    Da wird nach Monarchenart versucht zu retten, was nicht zu retten ist.
    Sie reiten sich immer tiefer in die Sch…

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-kanzlerin-dringt-auf-weiterbau.638564b9-ae23-4258-ab1b-257dae7592ac.html

    Danke, lieber Zwuckelmann, für Deine Worte.

  4. Markus Hitter schreibt:

    Das Interview war doch sehr erhellend. Geissler hat seine Rolle als neutrale Person, die er bislang recht geschickt gespielt hat, verlassen. Eine solche Position gibt man nicht ohne Not auf. Die Gründe für diese Aufgabe kann sich jeder selbst ausmalen, eine starke Position des Projekts „Stuttgart 21“ in der Politik ist es sicher nicht.

  5. Kornelia schreibt:

    Also als Mensch, Frau und Sohn-Mutter bin ich vom Heini geschockt…… sollte nicht das Alters-Ziel „Weissheit, Abgeklärtheit und auch Selbst-Kritik“ sein?… stattdessen haben sie dem Heini quasi eine Re-Anim(ierung)ations-Plattform eines „ich bin der Oberchekker“ aufgebaut und nun kann der ALTE nochmal zeigen was er (Jungspund) so drauf hat, mit Mitteln und Wegen des letzten Jahrhunderts….. Das ist doch Politik und Be-Herrschen eines Obertanen-Geistes von Anno dazumal: So alt geworden und nix, aber auch gar nichts gelernt aus Finanz-Super-Gau, Frauenbewegung, Vernachlässigung der Sozial-, Umwelt- und Familienveränderungen ………..kann ich da nur rufen!! Ein Mensch, der mir sagt -wiederholt- man müsse 10 milliarden einsetzen, damit man die unsäglich Ausstiegskosten nicht bezahlen muss (das war auch sein wichtigstes Argument damals nach dem Faktencheck!!) hat mit all seinem „Ich-Lateiner also Hochgebildet“ vor lauter Blödheit den Weg verloren!!!
    Aber unsere sog seriöse Boulevard-Welt braucht offensichtlich dauernd Plastik-Helden, denn alltagstauglich sind die schon lange nicht mehr!! Auch hier Niedergang der Hochkultur: wo vorab klar war: viel Bild = Boulevard, wenig Bild und viel Text= seriöse und investigativ gilt heute: die eine „besorgen“ es mir mit zukleisternden Bildern, die anderen Texten mich nur noch voll!!! Zur Schund-lektüre ist mittlerweile der ganz Journalismus geworden!!

  6. Wolfgang Claar schreibt:

    Heini ist sehr mild. Wie kann man einen trojanischen Kapitalistenknecht korrekt betiteln? Mir fällt nur Strafbares ein.

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