Vielen Dank Maria, Christian, Harald!

Als bekennender Obenbleiber fragte mich kürzlich ein Kollege, ob ich die drei Verrückten kennen würde, die jeden Tag in aller Hergotts Frühe auf der Verkehrsinsel zwischen Hauptbahnhof und Park an der Ausfahrt der Straße am Schlossgarten in die Schillerstraße stehen würden. Ich bejahte und outete mich, dass ich auch hin und wieder mal für eine halbe Stunde dort stünde, um meine Solidarität zu bekunden. Er meinte, er fände das ja ganz erstaunlich, dass diese drei wirklich jeden Morgen dort stünden, bei Regen, Wind und Schnee. Und das jetzt schon über Monaten, wenn nicht Jahre.

Ja, es stimmt, Maria, Christian und Harald kenne ich nun seit Ende 2010, meistens standen wir im Jahr 2011 frühmorgens gemeinsam vor dem GWM. Nach der Volksabstimmung und mit dem Rückgang der Bautätigkeiten blieb ich morgens lieber etwas länger liegen. Diese drei aber zog es dennoch auf die Straße. Und so zeigen sie wirklich seit Monaten Morgen für Morgen vor ihrer Arbeit, dass der Protest gegen Stuttgart21 lebt.

Man mag das lächerlich finden, sich über sie amüsieren oder sie gar für verrückt erklären. Aber ist diese Art des Protests nicht genau angemessen für dieses verrückte Großprojekt? Die drei sind sich eben nicht zu schade, auch nur zu dritt an der Straße zu stehen und zu demonstrieren. Täglich! Sie ertragen die wütenden Beschimpfungen aus manchem Auto genauso tapfer wie sie sich über Daumen, die nach oben zeigen, oder zustimmendes Hupen von vorbeifahrenden Autos freuen. Und genauso wie wir uns wundern, dass Stuttgart21 trotz allem noch hartnäckig weitergetrieben wird, so erstaunlich ist es für mich jeden Tag aufs Neue, dass diese drei genauso hartnäckig mit den begrenzten Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, gegen diesen Schwachsinn demonstrieren. Und wenn ich um 7 Uhr am Frühstückstisch sitze, meinen Kaffee trinke und dann ganz leise, aber deutlich vernehmbar Haralds Hupe vom Bahnhof herüber schallen höre, weil gerade wieder ein S21-LKW vorbei fährt, muss ich unwillkürlich lächeln. Ich freue mich darüber, dass ich solche Mitstreiter wie Euch habe, die genauso hartnäckig und unermüdlich ihren Teil zum Protest gegen Stuttgart21 beitragen!

Vielen Dank Maria, Christian und Harald!

Oben bleiben!

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5 Antworten zu Vielen Dank Maria, Christian, Harald!

  1. Leselotte schreibt:

    An den Dank hänge ich mich gern mit dran!!!
    Auch möchte ich der Frau danken, die Martin Storz fotografiert hat. „Jeanne ´Arc von Stuttgart“,
    zu sehen auf einer Postkarte von >Gegenlicht 21<.
    Außerdem steht dort zu lesen:
    " über Monate stand diese Frau täglich jeden Tag vor und nach der Arbeit mit ihren Schildern alleine am Bahnhof"
    Als NichtStuttgarterin hat mir diese Postkarte eine Ahnung vermittelt, was bei Euch los ist.
    Kennt jemand diese Frau?

  2. u1man schreibt:

    Es ist ein schwieriges Kapitel. Die Polizei MUSS immer noch auf Geheiß der Regierung das Baurecht durchsetzen. Die Bahn MUSS sich immer noch an Verträge halten. Die Grünen MÜSSEN immer noch nach der Pfeife der SPD tanzen. Und der brave Bürger MUSS zur Arbeit. Und da stehen jetzt 3 Leute rum und halten die Staatsmacht zum Narren. Mal versammeln sie sich, mal protestieren und mal blockieren sie. Mal blockieren sie zum Protest und mal blockieren sie, um zu verhindern. Und sie geben nicht auf, sie lassen sich nicht schlichten. Sie sind die Anderen, die keine großen Reden halten, sie protestieren und widerstehen am Ort der Steuergelderverschwendung, der Stadtschändung und des Demokratie-Abbaus – weil eines ist klar: das Baurecht kam nur durch Lüge und Betrug zustande – einem inzwischen wohl allgemein akzeptierten Vergehen. Wo so viele diese Rechtsmissstände durch ihr Stillschweigen akzeptieren, bleiben diese Drei ungehorsam; sie funktionieren nicht, sie passen sich nicht an und nerven den Normalbürger, die Polizei und die Behörden.

    Aber Schulterklopfen und elektronisches Lob reichen nicht. Die Frage ist: wie kann man diesen Protest aufwerten, sodass sich wieder mehrere ihm anschließen? Wir müssen wieder neu nachdenken und dann unsere Ideen in die Tat umsetzen.

  3. Leselotte schreibt:

    Hallo uimann,
    ich weiß nicht, wer bei Dir >wir< darstellt.
    Der Protest (inbegriffen alle einzelnen, die auf ganz unterschiedliche Weise dazu beitragen) genießt bei mir z.B allerhöchste Wertschätzung.

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