Countdown – ready for liftoff

Es dauert nicht mehr lange, dann passiert’s! Die Spatzen pfeifen es schon lange von den Dächern des Rathauses und der Villa Reitzenstein – und jeder vernünftig denkende Mensch ahnt es seit geraumer Zeit. Nun nähert sich der Countdown also auch offiziell so zu sagen dem Lift off. Dem Lift off des Deckels, der die Kosten von S21 im Rahmen halten soll.

Jedem ist klar, dass die Kosten explodieren werden, wenn dieser Deckel erst einmal offiziell geliftet wird. Um das zu verhindern, lautet die aktuelle Version denn auch, dass der Kostendeckel bleibe und zusätzliche Kosten nun ausgelagert würden. Der Effekt wird jedoch derselbe sein.

Das Theater mit Deckel und Auslagerung und Sonderkosten ist ganz großes Politkino und Augenwischerei vom Feinsten, denn am Ende ist es wie immer der Steuerzahler, der dafür aufkommen muss. Ob der das Geld dann in einen gedeckelten Topf steckt oder auf einen Haufen neben den Topf legt, kommt für ihn aufs gleiche raus: er blecht und ist der Dumme – und Kretschmann hofft, dass er’s nicht merkt!

Dass die Landesregierung die Volksabstimmung komplett ad absurdum führt, wenn sie einen S21-Schattenhaushalt aufmacht, ist dabei nur ein Nebeneffekt, den dann niemand mehr ernsthaft interessieren wird. Genau so wenig wie das Schlichtungsergebnis, das zu Stuttgart21-Plus führen sollte. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern! Die Aussagen wie „Wir halten uns an den Schlichterspruch!“ oder „Wir beteiligen uns an keinen Mehrkosten!“ reihen sich damit fein ordentlich ein in die Klassiker der Bürgerverarschung: „Die Renten sind sicher!“ und „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen!“.

Oben bleiben!

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-flughafenbahnhof-kretschmann-schlaegt-neue-toene-an.189d1df7-8f5d-4717-b979-3f6f2f673d07.html

http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/vv=teaser-12/nid=1622/did=10547434/1bpdqdo/index.html

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2 Antworten zu Countdown – ready for liftoff

  1. Joe schreibt:

    Seit nunmehr 18 Monaten verlangen die Grünen keine aktualisierte Kostenaufstellung von der Bahn. Würden die Grünen das verlangen, wäre Stuttgart 21 tot oder die Koalition am Ende – knapp 1 Jahr vor den Bundestagswahlen suboptimal.
    In Wahrheit gibt es den Kostendeckel nicht – es ist ein juristisch wertlosen Kabinettsbeschluß ohne Bindungswirkung. Was viele nicht wissen ist, dass die Grünen einen Parlamentsbeschluß angestrebt haben – diesen aus Gründen einer desaströsen Niederlage ( keine Mehrheit der Koalition) aber wieder verworfen haben. Juristisch relevant ist die Finanzierungsvereinbarung und dort steht explizit das Verfahren welches angewandt wird sofern Mehrkosten anfallen.
    Die Tatsache, dass von den Grünen keiner etwas von den Kosten wissen möchte, dass hieraus resultierend die Bahn weiterbauen kann und somit das Projekt immer weiter in Richtung Unumkehrbarkeit rückt, das ist der Preis den sie bereit sind für einen grünen Ministerpräsidenten zu bezahlen. Die Wähler sind egal !
    Und nochmal: Spätestens seit der Volksabstimmung haben die Grünen im Aktionsbündnis nichts mehr verloren und im Grünen Parkschützerforum kommen bei Kritik am Grünen Verdummungsprojekt reflexartig immer die gleichen Argumente von den gleichen Personen. Letztendlich haben die Grünen im Stuttgart21 Protest nur noch die Bundestagswahlen im Blick – nachdem es mit Kretschmann und Kuhn bisher gut funktioniert hat Kapital aus S21 zu schlagen.
    Die vorrangige Aufgabe besteht nun darin sich endlich von diesem Grünen Abschaum zu emanzipieren. Wer aus Machtinteresse heraus diese Stadt opfert ist für mich Abschaum !
    Weil so schön ist das personifizierte Wunder im Interview !
    http://www.kontextwochenzeitung.de/newsartikel/2012/11/na-ja-man-kann-halt-nix-machen/

  2. Arnold schreibt:

    Das Interview mit Kretschmann ist schon frustrierend. Ich kann ja schon verstehen, dass die Volksabstimmung für Kretschmann eine gewisse Bindungswirkung hat. Jedoch könnte er ja wenigstens versuchen, den bislang falsch informierten Rest der Bevölkerung über die wahren konsequenzen von S21 aufzuklären.

    Ich komme gerade aus dem Urlaub aus Hamburg zurück und hatte dabei ein paar Erkenntnisse, zum Bahnhof, die ich hier kurz anführen möchte:
    – Hamburg ist ja der Großbahnhof mit dem größten Zugdurchsatz pro Gleis in Deutschland (lt. Engelhardt 4,2 Züge pro Gleis und Stunde) jedoch hat dieser Bahnhof, wie ich erkennen konnte eine Besonderheit. Hamburg ist quasi Endbahnhof. Das heißt im Bahnhof steht bei jedem ICE oder IC der ankommt: „Bitte nicht Einsteigen“. Denn der Zug fährt nur bis Altona weiter und dorthin gelangen Hamburger auch mit der S-Bahn. Anders gesagt die Züge halten dort nur zum Aussteigen bzw. zum Einsteigen und benötigen daher nur die halbe Haltezeit gegenüber Stuttgart. Will sagen den Zugdurchsatz von Hamburg wird S21 mit Sicherheit nicht erreichen.
    -Die HVV machen stolz Werbung, dass es vom Hauptbahnhof bis zum Flughafen nur 25 Minuten dauert. Wir müssen 6 Mrd ausgeben weil dass angeblich zu langsam sei.
    -Bahnhöfe mit hohen Hallen wie Hamburg, Frankfurt und Kiel zeigten eine angenehme Atmosphäre. Bahnhhöfe mit niedrigen Decken wie Frankfurt/Flughafen und Kassel wirkten bedrückend.
    – Rückfahrt: Umsteigen in Hamburg (Durchgangsbahnhof) und Frankfurt(Kopfbahnhof) mit schwerem Gepäck. In Hamburg die Treppe hoch und wieder runter. Rolltreppen gingen nur nach oben also musste der Koffer nach unten geschleppt werden. In Frankfurt konnte der Koffer bequem um die Gleise geschoben werden.(Mir sagte danach noch jemand dass ich froh sein konnte nicht auf Aufzüge angewiesen zu sein, da z.B. in Berlin das Umsteigen eine Katastrophe sei – Klar vor Aufzügen muss man stets warten und wenn die Umsteigezeit knapp ist, wird das schnell unangenehm)
    – In Hamburg warten die Leute auf mehrere Züge am selben Bahnsteig der zudem noch relativ eng ist (wie bei S21). Es erwies sich als sehr unangenehm durch die Menschenmenge zu drängen. Nachdem kurzfristig eine Umstellung der Wagen am Zug angekündigt wurde, wurde der Galopp mit schwerem Gepäck durch die Menschenmasse zum puren Stress.
    – Der Zug in Hamburg sollte eigentlich um 16:05 an Gleis 14 abfahren jedoch wartete dort der Regionalexpress auf verspätete Züge. Im Kopfbahnhof wäre der Zug einfach auf dem Nebengleis eingefahren.

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