30.6.2012 Baustopp jetzt! #s21

Nachdem in den vergangenen Tagen selbst aus Bahnkreisen verlautete, dass durch das neue, umfangreiche Planänderungsverfahren zum Grundwassermanagement der Baubeginn erst 2014 möglich sei, wird dies heute von anderen Bahnkreisen, in Person von Projektleiter Herrn Penn und unserem Kommunikationsprofi Herrn Dietrich offensichtlich dementiert. Ein Beginn sei auch schon 2013 möglich – an Stellen, an denen weniger Grundwasser entnommen werden könne.

Selbst wenn die Bahn tatsächlich Baurecht mit der geringeren Wasserentnahmemenge hätte, ist es dennoch absolut unmöglich, dass die Bahn in dieser Situation weiterbaut. Denn vor Abschluss des Planänderungsverfahrens ist nicht sicher, ob diese Änderung, wie jetzt von der Bahn geplant und beantragt, überhaupt genehmigt würde und auch, welche Kosten dafür entstünden. Die höhere Entnahmemenge ist absolut notwendig, um den Bahnhof zu bauen, so dass es logisch gar nicht anders möglich ist, als die erneute Planfeststellung für die Änderung abzuwarten, bevor auch nur irgendeine Baugrube ausgehoben wird. Alles andere würde erneut Fakten schaffen, Kosten verursachen und alle Beteiligte unter Druck setzen, wenn die Änderung eben doch nicht einfach durchgewunken werden kann und nachgebessert werden muss. Wie lange das dauern kann, sieht man auf den Fildern, wo dieses Genehmigungsverfahren bereits Jahre dauert.

Nur weil die Bahn ganz offensichtlich unfähig ist, einen verlässlichen Plan mit korrekten Größen zu erstellen und feststellen zu lassen, kann es nicht sein, dass sie nun eine Planänderung nach der anderen beantragt und sich dabei immer auf die Feststellung des ursprünglichen Plans bezieht. Diese Salamitaktik ist unseriös und nicht akzeptabel, weder für die anderen Projektpartner, die sich auf das „Know how“ der Bahn verlassen, noch für die Bürger, die mit der jahrzehntelangen Baustelle leben und das Gesamtprojekt finanzieren müssen.

Deshalb muss jetzt von allen seriösen Beteiligten ein sofortiger Baustopp und die Öffnung des Parks für die Bevölkerung gefordert werden, bis die Planänderung abschließend genehmigt wurde!

Oben bleiben!

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10 Antworten zu 30.6.2012 Baustopp jetzt! #s21

  1. Joe schreibt:

    Ich höre sie schon, die Antwort von den „Projektförderern“ – also dem Grün-Roten Gesindel: „Die Bahn hat das Baurecht – da können ( oder besser wollen ) wir uns nicht einmischen, denn wir sind zur Neutralität und Objektivität verpflichtet.Das größte Drama ist, dass wir zwar viele sind, aber dem Grunde nach alleingelassen dastehen. Ich will eine, aus den 100.000tsden € an Spendengeldern finanzierte Werbekampagne – es wird doch noch etwas Suppe da sein-ansonsten Transparenz schafft Vertrauen. Ich will das Thema ( GWM, Planänderung,etc…) plakativ an allen möglichen Orten rund um den HBF, in Stuttgart, von mir aus via facebook-werbung, online-werbung, alles was geht….ich denke, dass das unsere letzte Chance ist, öffentlichkeitswirksam etwas zu reißen. Von mir aus kann die Montagsdemo „Sommerferien“ machen und das gesparte Geld wird effektiv mit-investiert. Für eine aussichtslose Verfassungsbeschwerde sind innerhalb von wenigen Tagen mehr als 10.000€ an Spenden geflossen – legt man den s21-Gegnern ein schlüssiges Werbekonzept vor, dann bin ich überzeugt, dass sich das finanziell stemmen läßt.Morgen ist dieser große Ratschlag – sollte es wieder in einer großen Ratlosigkeit enden, oder mit den alten Beschwörungen und Beteuerungen…..dann haben wir eben diesen Tiefbahnhof verdient – nicht weil er so toll ist, sondern weil wir zum Gegenteil von dem mutiert sind, was den Protest anfangs ausgezeichnet hat.

  2. oberbayer schreibt:

    „ist nicht sicher, ob diese Änderung, wie jetzt von der Bahn geplant und beantragt, überhaupt genehmigt würde“An diesem Satz hängt Ihre ganze Argumentation — und er ist falsch. Es geht bei der Änderung um das „wie“ und nicht mehr um das „ob“.. Kein Fachmann zweifelt an der Machbarkeit der Baumaßnahme. Die Bahn geht daher nur ein sehr geringes Risiko ein, wenn sie basierend auf vorhandener Genehmigung mal anfängt.. Die Forderung nach Öffnung des „Parks“ ist wohl eher ein Reflex aus alten Parkschützertagen. Wer will auf einer Baubrache zwischen Bohrmaschinen spazieren gehen??

  3. horstosius schreibt:

    Oberbayer hat natürlich recht, wenn er sagt: Kein Fachmann zweifelt an der Machbarkeit…..ich auch nicht.Wie alle Befürworter hat er jedoch bewußt außer Acht gelassen, daß er damit leider sämtliche Vorgaben ignoriert, die zum Ergebnis der VA geführt haben. 4.5 Milliarden als Höchstgrenze, Baufertigstellung 2019, Verbesserung des Nahverkehrs, Vergrößerung des Parkgeländes, das alles und noch viel mehr ist bereits jetzt schon -bevor irgendein Baubeginn stattgefunden hat- Makulatur. Und genau das werfen die „Gegner“ -weil seit Jahren bekannt- mit Recht der schwachen grünroten Regierung als Projektförderer vor. Die schwarzgelbe Vorgängerregierung hatte damals -außer dem politische Starrsinn- nicht den technischen Kenntnisstand, der erst durch die Initiative der „Gegner“ öffentlich und transparent aufbereitet wurde.Meine Bitte an Oberbayer: bitte mehr Informationen sammeln statt quasseln.

  4. oberbayer schreibt:

    „daß er damit leider sämtliche Vorgaben ignoriert, die zum Ergebnis der VA geführt haben“horstosius weiß, was zum Ergebnis der VA geführt hat: Es waren einige Vorgaben!Ich gratuliere zu diesem simplen Weltbild.

  5. Joe schreibt:

    Nach dem Desaster-Ratsxhlag heute verabschiede ich mich nach fast 3 Jahren endgueltig aus dem Event-Protest.Ich kann mit den Ergebnissen nichts anfangen, sehe keine positive Weiterentwicklung des Protests, sondern ein gebetsmühlenartiges „Wiederkäuen“, bei der OB-Wahl tippe ich stark auf den Volksabstimmungseffekt – naemlich dem beinahe bilden Vertrauen in Personen bzw. Institutionen (Tendeziell neigt man spaetestens im zweiten Wanlgang zum Gruenen Gesindel)…..ich wuensche trotzdem viel Erfolg und Herrn Zwuckelmann die Aufmerksamkeit, die seinem Engagement und vorallem seinem Intellekt gerecht wird.

  6. oberbayer schreibt:

    Ja horstosius, Polemik pur. Wie schreiben Sie weiter oben? „bitte mehr Informationen sammeln statt quasseln“

  7. horstosius schreibt:

    Ja, oberbayer, mein Weltbild ist simpel, eben nicht so pseudoglobalplayermäßig „fortschrittlich“ durchgestylt wie ihres. Wenn Fortschritt Rückschritt bedeutet wie bei S21, dann klingeln zumindest bei mir die Alarmglocken. Da Sie diese nicht hören wollen, stöpseln Sie mit Ohropax einfach ihre Ohren zu. Obendrein: Augen zu und durch. Hauptsachees gibt was Neues, wenigstens Licht am Ende der 50 km Tunnelstrecken für 8 oder 10 Milliarden Steuergelder.

  8. oberbayer schreibt:

    @ Joeich denke Sie haben recht mit Ihrer Forderung nach Organisationsstruktur. Ihnen ist offensichtlich das Aktionsbündnis mit den Organisationsstrukturen von Grünen und BUND abhanden gekommen. Die parkschützer Protestgruppe kann diese nicht ersetzen.

  9. joe schreibt:

    Die Aktion von ein paar wenigen S21-Gegnern an Gleis 15/16 kommt zur Unzeit – ein willkommene Ablenkung vom Thema GWM2, Planfeststellung, tec… und der mainstream wird das mit fatalen Folgen liebend aufnehmen. Nix kapiert – kein Plan ! Schade ! Falsche Aktion zum falschen Zeitpunkt nachdem man jetzt fast seit 8 Monaten vor sich hintrödelt.

  10. Marry vom Marienplatz schreibt:

    Ignore (… again)

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