26.01.2012 #s21 Nochmals im wunderschönen Schlossgarten #s9000

Heute bin ich extra früher aus dem Geschäft weg, um bei diesem herrlichen Wetter noch bei Helligkeit längere Zeit im Park zu verbringen. Denn wer weiß, wie lange das noch geht. Gerade nach den Nachrichten der letzten Tage kann es einem als Parkschützer schon anders werden: das Herz wird schwer; die Gedanken rasen; die Furcht vor dem, was kommt, nimmt zu; der Wahnsinn, dem wir uns gegenüber sehen, scheint unüberwindbar. Wann geht es los? Was mache ich dann? Wo gehe ich hin? Wie weit werde ich gehen? Was nehme ich mit? An was muss ich unbedingt denken? Wo verabrede ich mich am besten mit meiner Bezugsgruppe? Wird es friedlich bleiben? Wie wird die Polizei sich verhalten?

Es wird ernst! Und ich fühle mich vollkommen unvorbereitet und hilflos! Wahrscheinlich ist es egal, wie gut ich mich vorbereite, (und ich habe mich vorbereitet,) das Gefühl wird immer dasselbe bleiben. Dabei bin ich mir sicher, dass ich dann genau weiß, was ich machen werde, wo ich sein werde, wie weit ich gehen werde. Aber die Verunsicherung ist groß und das, was da kommen mag, verwirrt mich sehr! Und nicht nur mich. Viele gute Gespräche habe ich heute wieder geführt und versucht, die niedergeschlagenen Mitstreiter aufzubauen, Mut zuzusprechen und Optimismus zu verbreiten. Eine Dame, eine alteingesessene Stuttgarterin traf ich auf der Straße, als sie auf dem Weg zum Parkgottesdienst war. Sie erzählte von ihrer Trauer, von ihrer Niedergeschlagenheit und davon, dass sie nie ohne Lidstrich aus dem Hause ginge, heute aber, nach der Meldung des EBA, hätte sie ihn weggelassen, weil sie sicher weinen müsse beim Anblick der Bäume und in Erwartung dessen, was kommt. Ich hätte sie am liebsten in den Arm genommen! Ach, was macht dieses Projekt mit den Bürgern dieser Stadt? 

Trotz allem bin ich optimistisch! So optimistisch wie lange nicht! Der Optimismus speist sich nicht etwa aus der Gewissheit, dass wir die Bäume auf jeden Fall schützen könnten. Nein, ich kann nichts anderes tun, als mich in den Schlossgarten zu setzen, mich an meinen Baum zu lehnen und zu warten, was die Polizei mit mir macht. Ich werde sitzen mit vielen anderen und friedlich und unermüdlich durch meine reine körperliche Anwesenheit Widerstand leisten. Sie müssen mich schon wegtragen, wenn sie mich weghaben wollen. Viel mehr kann ich nicht tun. Und wenn das Tausend andere mit mir machten, dann wird es nicht möglich sein, den Schlossgarten zu räumen und für die Baumfällungen freizugeben! So viele Parkschützer kann man nicht wegtragen! Und wenn wir nicht genügend sind, dann habe ich wenigstens das mir Mögliche getan.

Nein, der Optimismus speist sich aus der Gewissheit, dass die Bahn noch so viele denkmalgeschützte Gebäude einreissen kann, hundertjährige Bäume fällen kann, rücksichtslos den Lebensraum von artengeschützten Tieren zerstören kann – dass der Protest aber dennoch und unvermindert weitergehen wird und dass es nicht mehr lange dauern wird, bis S21 an seinen eigenen Wiedersprüchen und an seiner eigenen Überheblichkeit scheitern wird!

Mit dem Abriss des Südflügels, spätestens mit der Fällung der Parkbäume gerät die Bahn unter einen derart hohen Druck, dass sie sich schon sehr sicher sein muss, das, was sie da baut, unter den versprochenen Rahmendaten realisieren zu können: Kostendeckel, Grundwasserentnahme, Mineralwasserschutz … Es muss nur eine einzige Sache schiefgehen, und das gesamte Projekt wird wieder ernsthaft in Frage gestellt werden. Es gibt derart viele Risiken bei Stuttgart21, dass nur ein so überhebliches Management wie das der Bahn davon ausgehen kann, dass es sie beherrschen könnte. Sie werden sich eines Besseren belehren lassen müssen, da bin ich mir sicher!

Außerdem habe ich noch Hoffnung in die juristischen Aktionen des BUND – und in die Einsicht der Politik und der Polizei, dass es hochriskant wäre, erneut einen Polizeigroßeinsatz zu organisieren, der ggf. wieder eine illegale Baustelle schützt. Und dass die Fällungen auch nach der Entscheidung des EBA juristisch absolut nicht wasserdicht sind, ist offenkundig!

Ich möchte jeden dazu aufrufen, gerade in den kommenden Tagen und Nächten wachsam zu sein, so oft es geht im Park zu sein und sich friedlich für den Erhalt des Schlossgartens einzusetzen. Wenn wir nur genügend sind, wenn sich nur genügend in den Park setzen und sich damit widersetzen, können wir das schaffen!

Ich möchte noch auf den offenen Brief von Guntrun Müller-Enßlin an Herrn Kretschmann hinweisen bzw. ihn hier abdrucken, weil er viele kluge Gedanken in wunderbare Form bringt und vielleicht doch noch Herrn Kretschmanns Wahrhaftigkeit wiederbelebt.

Oben bleiben! Das werden wir!

 

 

Offener Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann bzgl. drohender Baumfällungen im Mittleren Schlossgarten

Stuttgart, 25.Januar 2012

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

in diesen Tagen erwarten wir die Stellungnahme des Eisenbahnbundesamts in Bezug auf die geplanten Baumrodungen im mittleren Schlossgarten für Stuttgart 21.

Aufgrund fehlender anders lautender Signale Ihrerseits in der vergangenen Zeit stehen die Zeichen für die Gegner des Großprojekts Stuttgart 21 auf Alarm, müssen wir doch davon ausgehen, dass die Fällung der Bäume im Schlossgarten, darunter vieler prachtvoller mehrhundertjähriger Riesen unmittelbar bevorsteht.

Es sieht so aus, als könne nichts mehr diesen barbarischen Akt aufhalten.

Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle mit einem eindringlichen Appell an Sie, den Menschen, den Christen, den GRÜNEN Winfried Kretschmann wenden.

Eine auch Ihnen bekannte Mitstreiterin, die mir in den letzten anderthalb Protestjahren eine gute Freundin geworden ist, hat mir einmal geschrieben: „Ich habs ja nicht so mit der Sünde – aber die Bäume im Schlossgarten zu fällen, das ist eine!“

Recht hat sie! Unser Schlossgarten mit seinem vielfältigen Baumbestand mitten in der City, um den uns andere Städte beneiden, dieser Schlossgarten ist etwas vom besten, was Stuttgart zu bieten hat! Es will einem nicht in den Kopf, dass es möglich sein soll, die Instrumente unserer Demokratie zur Durchsetzung einer solch bodenlosen Dummheit wie der Zerstörung dieser für das Stadtklima unbedingt notwendigen Oase zu missbrauchen. Anders gefragt: Muss man wirklich zulassen, dass einem kollektiven Organismus, zu dem man selber gehört, die Lunge herausgeschnitten wird, nur weil eine Mehrheit sich dafür ausgesprochen hat, in Zukunft ohne Lunge leben zu wollen?

Da Sie vor Ihrer Wahl zum Ministerpräsidenten auf unserer Seite gegen das Projekt gestritten haben, müsste Ihnen bewusst sein, dass die Baumfällungen den neuralgischen Punkt der Bewegung treffen, an dem diese am empfindlichsten reagiert. Die Fällungen werden bei den Mitstreitern gegen S21 eine Narbe hinterlassen, die sie diesen mit Billigung Ihrer Regierung begangenen Frevel weder verzeihen noch vergessen lassen werden. Der Makel der Schlossgartenrodung wird für alle Zeit nicht nur an Ihrer grünen Partei, sondern insbesondere an Ihrer Person und Ihrem Namen kleben bleiben wie Pech, sehr zum Wohlgefallen der Projektinitiatoren, die diese unrühmliche Rolle an Sie weiterreichen konnten mit dem für sie angenehmen Nebeneffekt, die Bewegung der Obenbleiber und die GRÜNE Landesregierung zu spalten und gegeneinander auszuspielen. Doch nicht nur Projektgegner und der grüne Teil Ihrer Regierung werden in Zukunft auseinanderdividiert sein, sondern auch quer durch die Partei der GRÜNEN wird sich ein Riss ziehen. Das alles wird in der Folge dazu führen, dass Ihre Partei bei einer Wahl in Baden-Württemberg in Zukunft nie wieder einen Fuß auf den Boden bekommen wird.

Ich appelliere deshalb an Sie und an die Adresse der GRÜNEN Mitglieder in der Landesregierung:  Machen Sie sich nicht mit den Baumfällungen zu Handlangern der Betreiber- und Befürworterseite, die Sie nichts lieber als in der Rolle der Exekutoren jenes miesesten aller Jobs im Vorfeld ihres Bauvorhabens sehen wollen. Machen Sie sich nicht die Finger schmutzig mit diesen Fällungen, die alles konterkarieren, was Ihre Partei sich je auf die Fahnen geschrieben hat. Wer A sagt, muss nicht B sagen, wenn er erkannt hat, dass B falsch ist (Dies sagt Bertold Brecht, nicht Hannah Arendt). Und wer zugleich mit dem Ausgang des Volksentscheids sein Gewissen und seinen gesunden Menschenverstand wie ein unmodisch gewordenes Kleidungsstück in die Mottenkiste legt, kann irgend etwas in Sachen Demokratie nicht richtig verstanden haben.

Sie wissen, wie wir alle, dass die drohenden Fällungen im Schlossgarten kein Schicksal sind. Kein Wunder ist nötig, um sie zu verhindern. Es würde genügen, wenn Sie die Argumentationsspielräume ausschöpfen würden, die Sie mit der Ausformulierung Ihres eigenen grünroten Koalitionsvertrags festgeschrieben haben.

Ein Letztes: Sie täuschen sich, falls Sie darauf bauen, dass der Protest  der Obenbleiber aufhören und Sie als Regierungskoalition Ruhe bekommen werden, wenn im Schlossgarten das Opfer der Baumfällungen vollbracht sein wird. Bewegungen wie die unsere finden nur aus einem einzigen Grund ein vorzeitiges Ende: dann nämlich, wenn offensichtlich ist und man zugeben muss, dass man sich in der Sachlage getäuscht hat. Das aber ist bei uns nun gerade nicht der Fall. Uns macht jeder Tag sicherer, dass wir uns nicht täuschen. Jeder Tag bringt in Bezug auf Stuttgart 21 neue pikante, prekäre und hochpeinliche Details ans Licht, die die vielen klugen Köpfe in unserer Mitte schon lange vorhergesagt haben. Glauben Sie also nicht, die Schaffung unumkehrbarer Tatsachen werde unseren Widerstand schon zum Erlöschen bringen. Das Gegenteil wird der Fall sein. Sie werden uns nicht los, es sei denn, das Projekt stirbt, und es wird sterben. Geben Sie bis dahin nicht weiter die Marionetten im Theaterstück der Bahn, sondern steigen Sie endlich aus jener perfiden Inszenierung aus, an dessen Ende im Herzen von Stuttgart nicht nur denkmalgeschützte funktionsfähige Bausubstanz, sondern vor allem intakte Natur unwiederbringlich zerstört sein wird.

Guntrun Müller-Enßlin

 

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16 Antworten zu 26.01.2012 #s21 Nochmals im wunderschönen Schlossgarten #s9000

  1. dichtbert schreibt:

    Danke Zwuckelmann, ich schliesse mich Dir wie so oft an. Die Befürworter von S21 werden es nie begreifen, dass sich selbstdenkende Menschen in Ihrer raren Freizeit sich für den Erhalt von so etwas wie den Schlossgarten einsetzen. Das zeigt eben deren begrenzten Horizont und die Erdscheibe, von der Sie befürchten jederzeit runterfallen zu können. Nein, wir werden OBEN BLEIBEN, da bin ich mir ganz sicher!

  2. Juchti21 schreibt:

    D’accord, es ist immer wieder aufbauend deine Komentare zu lesen. Leider hab ich mir eine Erkältung zugezogen, so dass ich den Park wahrscheinlich die nächsten Tage nicht besuchen kann. Ich werde aber auf jeden Fall zur Stelle sein, wenn’s drum geht diese scheinbar unstopable unmenschlichen Maschinerie (System, Empire oder wie auch immer dieses bezeichnet werden kann), die keinerlei rationalen Argumenten mehr zugänglich ist, zu behindern. Sind derjenigen (nicht unsere) grünrotbienemaja-Politiker so gehirnamputiert….?!!! Das soll eine Politik des Gehörtwerdenseins sein. Dankeschön, gehört haben sie uns, aber irgendwelche Konsequenzen daraus ziehen sie nicht. Ich könnte gerade so weiter machen, z.B. mit dem lockigen Innenminister und seinem naziunterwanderten Verfassungsschutz, der Überwachung von Linken-Politikern usw. Gibt’s eigentlich noch Politiker , außer den Linken, die Politik für uns einfaches Volk machen? Wo leben diese Herrschaften denn? Wer hat Benno Ohnesorg ermordet? Ein Polizist und er wurde von seinen Kameraden gedeckt (siehe neueste Spiegel-Ausgabe). Ach, man könnte gerade so weitermachen. Ok, ich drifte etwas ab – nein, doch nicht, es hängt auch mit Stuttgart21 zusammen, genauso wie Stuttgart21, No TAV usw. mit der Occupy-Bewegung.Und da soll man Vertrauen in die Polizei haben. Die Mächtigen (Banken, Industriekonzerne usw.) und ihre Marionetten aus der Politik bestimmen wo es langgeht. Wir haben keine Chance – nutzen wir sie dennoch. Eine bessere Welt ist möglich. Oben Bleiben.

  3. Weiterbauen schreibt:

    „Das soll eine Politik des Gehörtwerdenseins sein.“ Der Wunsch des Volkes vom 27.11.11 wird umgesetzt. Was verstehen Sie unter „Gehörtwerdenseins“ anderes?

  4. dichtbert schreibt:

    @Weiterbauen … lustiger Nickname, vor allem vor dem Hintergrund, dass noch nichteinmal begonnen wurde zu bauen. Wohl zu feige oder nicht überzeugt genug sich „Fertigbauen“ zu nennen, hab ich recht? Nun zum „Wunsch des Volkes“. Da das Quorum nicht erreicht wurde ist dem Volk das Projekt schlicht egal oder sie haben keine Zeit oder Lust sich damit zu beschäftigen. Daraus abzuleiten, dass sie für den Murksbahnhof sind, ist albern und völlig aus der Luft gegriffen! Warum gehen Menschen nicht zur Wahl? Weil es ihnen egal ist, oder weil sie das Vertrauen verloren haben, und nicht weil sie die Politiker toll finden…

  5. Fertigbauen schreibt:

    @dichtberg Das Quorum musste nur von der Seite erfüllt werden, die gegen die Parlamentsmehrheit stimmen möchte. Abgesehen davon gab es eine relative Mehrheit.

  6. Juchti21 schreibt:

    @Weiterbauen oder weiterärgern – oder so ähnlich lautete der Slogan für die NEIN-Sager. Jetzt bekommt ihr voraussichtlich beides :-). Die sogenannte Volksabstimmung hat kein Argument gegen S21 außer Kraft gesetzt. Wenn darüber abgestimmt wird, ob die Erde eine Scheibe ist und die Mehrheit stimmt mit JA – dann ist die Erde eine Scheibe, oder? Also Volksabstimmung hin oder her, wenn Millionen € für die NEIN-Kampagne von den Parteien, Unternehmern und aus Steuermitteln zur Verfügung stehen, kann man wohl kaum von einer fairen Abstimmung sprechen, zumal wir JA-Sager eigentlich alles spendenfinanziert haben. Übrigens ist noch so gut wie nichts gebaut, sondern nur zerstört. Informieren Sie sich bitte an der Mahnwache, dort gibts sehr gute Informationen. Aber nach Ihrem kurzen und sehr unqualifiziertem Statement vermute ich fast, dass Sie BILDungsbürger sind und Ihnen mehr oder weniger sowieso alles wurst ist, richtig? Also bauen sie weiter, sie werden sich auch weiter ärgern. In diesem Sinne schlafen Sie weiter. Ä guats Nächtle.

  7. Fertigbauen schreibt:

    @Juchti21 Erläutern Sie mir und den anderen 2,1 Millionen doch mal, wie Ihr Wunsch des „Gehörtwerdenseins“ zum VA Ergebnis passt. Ich denke, sie machen sich selbst etwas vor, wenn sie das Ergebnis auf eine Nein-Kampagne schieben. Das Ergebnis entspricht den Umfragen und dem Verhältnis im gewählten Landtag, beides vor der vermeinlichen Kampagne festgestellt. Vielfach zuvor als Fake belächelt, aber ebenfalls in dieses Zahlenbild passend: http://allfacebook.de/tracking/fuer.s21+keinstuttgart21

  8. ElisabethHD schreibt:

    @fertigbauen: Sie glauben ernsthaft, 2,1 Millionen BW-Bürger haben mit Nein gestimmt, weil sie S21 wollen? Ich würd sagen, mindestens 1,5 Millionen haben mit Nein gestimmt, weil sie den Grünen eins auswischen und sich für die Niederlage der CDU bei der Landtagswahl rächen wollten. Ein paar Hunderttausend haben mit Nein gestimmt, weil das angeblich „Fortschritt“ und „Innovation“ bedeutet. Ja, und ein paar Hunderttausend haben wohl tatsächlich mit „Nein“ gestimmt, weil sie hoffen, in irgendeiner Form von S21 zu profitieren.Ein paar Zehntausend profitieren wohl tatsächlich von irgendwelchen Aufträgen.Übrigens: Die Landtagswahlen waren KEINE Entscheidung pro oder contra S21. Nur für die Wähler der Grünen hat S21 eine größere Rolle gespielt.http://stat.tagesschau.de/wahlen/2011-03-27-LT-DE-BW/umfrage-wahlentscheidend

  9. Arno Nühm schreibt:

    Und ein paar Hunderttausend haben mit Ja gestimmt, weil sie für das Projekt waren und die Infobroschüren zu spät losgeschickt wurden. Sonst noch etwas…?

  10. Zwuckelmann schreibt:

    Hier geht die Geschichte weiter: http://www.freitag.de/community/blogs/seriousguy47/s21-kretschmann-ein-winter…Wenn’s nicht so tragisch wäre, wäre es fast komisch!Danke Seriousguy!

  11. dichtbert schreibt:

    Weiterbauen oder weiterärgern – jetzt haben sich die Nein-Sager eben fürs „weiterärgern“ entschieden, denn gebaut wird immer noch nichts und wir sind immer noch auf der Strasse. Hahahaha… weiterärgern x 2, ich lach mich schlapp!

  12. Pradedos schreibt:

    Danke für den so persönlichen Bericht! Mit Herzblut geschrieben, will ich pathetisch sagen. Wir kommen am Sonntag in den Park und bringen viele Leute mit! Einfach nur da sein. So wie die Bäume, einfach nur da.

  13. Juchti21 schreibt:

    @Fertigbauen, Sie berufen sich hier nur auf eine Volksbefragung, die so nie und nimmer hätte stattfinden dürfen. Das viele Geld der einen Seite ist ja nur ein Argument dagegen. Es fing ja schon an mit der „Schlichtung“, Jeder, der wollte, konnte mitverfolgen wie die „guten“ Argumente der DB auseinandergenommen wurden und so gut wie nichts übrigblieb. Dass Geißler dann diesen verheerenden Schlichterspruch mit S21plus fällte ist logisch nicht nachzuvollziehen. Das gleiche Spiel dann ein halbes Jahr später mit dem Stresstest. Der heutige Bahnhof kann heute schon weit mehr Züge durchschleusen, als der Höhlenbahnhof je können wird. Ein integraler Taktfahrplan ist bei S21 nicht möglich. Dazu diese bei vielen mehr Verwirrung stiftende „Info“-Broschure der Landesregierung. Deshalb mein Wunsch an Sie, lesen Sie bitte die Positionen der Kopfbahnhofbefürworter und äußern Sie sich mal dazu, ansonsten ist eine weitere Diskussion ziemlich fruchtlos. Übrigens hab ich mich und auch viele andere der S21-Gegner gegen so einen Volksentscheid ausgesprochen, da es von vorneherein klar war, dass wir nur verlieren können. Das ist so, weil auch bei einer Bundes- oder Landtagswahl fortschrittliche Kräfte (ich nehm das Wort „fortschrittlich“ mal für uns in Anspruch) so gut wie immer verlieren, da die Mehrheit einfach zu faul oder desinteressiert sich zu informieren oder meint doch nichts ändern zu können und weiterhin Parteien wählt von denen sie dann zur Schlachtbank geführt werden.Fragen Sie mal NEIN-Sager im Hohenlohischen oder in Oberschwaben oder von mir aus auch in Stuttgart, warum sie mit NEIN gestimmt haben. Warum haben Sie, ja Sie perdönlich, mit NEIN gestimmt, so Sie daran teilgenommen haben. Das würde mich nun schon sehr interessieren?

  14. Juchti21 schreibt:

    Zweitletzte Zeile „perdönlich“ muss natürlich „persönlich“ heißen.

  15. Fertigbauen schreibt:

    @Juchti21 Sie haben recht, jeder konnte die Schlichtung mitverfolgen und sich ein eigenes Bild machen. Die Schlichtung habe ich vollständig verfolgt und die Konzepte der Bahn haben mich überzeugt. Die Argumente sind umfassend ausgetauscht, wenn auch beide Seiten die jeweils andere oftmals nicht überzeugen konnten. Es blieb der Bedarf nach eine politischen Entscheidung, die spätestens mit der Volksabstimmung endgültig gefallen ist. Mich persönlich überzeugt insbesondere der große Fahrzeitgewinn. Eine grüne Sache, wenn man bedenkt, wie viele PKW- und Flugzeugkilometer sich dadurch einsparen lassen. Außerdem finde ich die freiwerdenen Flächen in der Innenstadt prima, für Gebäude und Park. Das spart Siedlungsflächen am Rande Stuttgarts und ist damit meiner Ansicht nach auch eine Umweltargument. Mir sind die Gegenargumente bekannt, aber sie haben mich nicht überzeugt. Das ist bei Ihnen im Umgekehrten Fall genauso. Aus diesem Grund ist es nun eine politische Entscheidung an der jetzt nicht mehr zu rütteln ist.

  16. Juchti21 schreibt:

    @Fertigbauen: „Mich persönlich überzeugt insbesondere der große Fahrzeitgewinn. Eine grüne Sache, wenn man bedenkt, wie viele PKW- und Flugzeugkilometer sich dadurch einsparen lassen“. Ach mein lieber Herr Gesangverein, selten so gelacht, und dafür gibt man über 5 ooo ooo ooo € aus – wenn’s langt. Verspätungen werden hier bei diesem Engpaßbahnhof generiert, da die Umsteigezeiten nicht ausreichen werden. Es gibt mir natürlich zu denken, wenn Sie sagen, dass Sie die pro-Argumente in der Schlichtung überzeugt haben. Fast nichts was in der Schlichtung vereinbart wurde wird von der Bahn eingehalten werden. Sie sehen doch jetzt live, wie die Bahn „baut“, sie reißt nur ab, gebaut hat sie nur die illegale Grundwassermanipulation und die reicht nicht mal aus. Wenn die so weitermachen wird das wohl nix bis 2020, dazuhin werden die noch nicht genehmigten Planfeststellungen zusätzlich zu den sonstigen Problemen wie Anhydrit, Mineralwasser, Brandschutzbestimmungen in den Tunneln usw. noch für genug Ärger und Z e i t v e r z ö g e r u n g e n sorgen. So dilettantisch wie die Bahn vorgeht und geradezu die Fettnäpfchen sucht , in die sie dann natürlich unweigerlich reintritt, sollte man die führenden Köpfe der Bahn mitsamt dem Bundesverkehrsminister sofort austauschen und das Management in die Hände von Leuten legen, die auch was von Bürgerbahn verstehen und nicht immer nur auf Gewinnmaximierung aus sind.

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