16.11.2011 #s21 Der Dienstag endete dann doch noch schön …

Welch ein Reinfall war das gestern Abend auf dem Marktplatz! Eigentlich wollte ich gar nicht zu Stickelberger gehen, habe mich aber dann doch kurzfristig umentschieden, als die Meldung verbreitet wurde, dass er die Ermittlungen zu S21 doch bei der Stuttgarter Staatsanwaltschaft belässt und sie nicht einer anderen, neutraleren StA überträgt. Immerhin ist Stickelberger das einzige SPD-Regierungsmitglied, das sich klar gegen Stuttgart21 ausspricht. Entsprechend wohlwollend war ich eingestellt. Doch ich und viele andere wurden schwer enttäuscht. Stickelberger ist der Prototyp eines amorphen, nicht fassbaren Gummikreuzpolitikers. Auf nahezu alle Fragen gab er keine befriedigende oder gar keine Antwort, bog sich, wand sich, erklärte sich für nicht zuständig, für unwissend, dem Schweigen verpflichtet … Selbst bei Schuster war mehr Inhalt zu erfahren! Und auf kritische Fragen hinsichtlich des Verhaltens von Oberstaatsanwalt Häussler (der sich auch auf dem Marktplatz befand, aber das Weite suchte, als die Menge anfing, „Häussler weg!“ zu skandieren) und zu den geplanten Polizeieinsätzen mit 9.000 Polizisten und den 200 Knastcontainern erfuhren wir nur, dass er vollstes Vertrauen in diese Leute habe, hier alles rechtens liefe und aus seiner Sicht überhaupt kein Bedarf bestünde, irgendwie einzugreifen.

Die einfache Frage, wieviele Ermittlungsverfahren gegen Gegner von S21 anhängig sind, konnte er leider auch nicht beantworten – der Moderator sprach am Anfang von 4.000! Wenn dies wahr sein sollte, wird der Wahnsinn der Verfolgungswut der Stuttgarter Justiz deutlich! Und da sagt der Justizminister, dass alles in Ordnung sei??? Schade, dass ein prominenter S21-Gegner sich in einem Heimspiel so blamiert. Er ist keine Hilfe für die Sache, sein Bekenntnis gegen S21 ist reine Makulatur, oberflächlich und damit ohne Folgen und ohne jedwede Unterstützung in unsere Richtung.

Umso netter war es dann im Schillersaal der Liederhalle, wo eine Benefizveranstaltung für die Zeitung Einundzwanzig stattfand. Die AnStifter rund um Peter Grohmann hatten einen netten, kurzweiligen Abend mit Walter Sittler und Dacia Bridges organisiert mit viel Witz und viel Humor und viel Liebenswürdigkeit – und mit meiner lieben Elfi von der Mahnwache, die ich nach langer Zeit endlich einmal wiedergesehen habe – und der ich auch von hier nochmals viel Kraft und alles Gute wünsche! Schön war es, mal wieder eine andere, subtilere und sehr humorvolle Art der Gegnerschaft zu S21 zu erleben – in solchen Augenblicken bin ich immer wieder fasziniert, wie bunt und großartig es ist, was sich hier in Stuttgart entwickelt hat.

Heute früh passierte nichts Spektakuläres – es war ziemlich kalt, so dass wir nicht sehr viele waren. Die Hölscherbande baut im GWM ungestört weiter, im Unteren Schlossgarten werden weiter Rohre verlegt. Die Arbeiten dort werden nicht mehr vom GWM aus bedient, sondern die Fahrzeuge und Arbeiter kommen von einer anderen Stelle, so dass wir am GWM diese Arbeiten nicht stören. Die Polizei war natürlich auch schon vor uns vor Ort, so dass die fragwürdigen Arbeiten am GWM unter Polizeischutz ungehindert fortgesetzt werden können. Wir kommen wieder!

Oben bleiben!

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5 Antworten zu 16.11.2011 #s21 Der Dienstag endete dann doch noch schön …

  1. Uwe Mannke schreibt:

    Bei diesen „wir reden mit“ -Veranstaltungen wird mehr von uns verlangt. Der ernsthafte Dialog tritt immer noch zurück hinter der Faszination zu einer großen Menschenmenge zu sprechen. Der Versuch, einen solchen Kandidaten mit vorformulieren Fragen zu stellen, muß scheitern.Eigentlich weiß man es vorher. Zwei Möglichkeiten:Eine kleine Gruppe stellt sich so auf, dass über Nachfragen eskaliert wird. Dabei ist es durchaus legitim, die Veranstalter, den Moderator oder auch den Kandidaten direkt wegen unzureichender Antworten anzugreifen.Statt Pfiffen fände ich Schweigen besser.Schließlich könnte ein Nachfrager sogar auffordern, diese Veranstaltung zu verlassen.Überdies könnte jeder Frager ein Parkschützerkissen in die Kamera halten.

  2. Norriz Nadoniz schreibt:

    Bin sehr gespannt was Sie hier in zehn bis zwölf Jahren zur Eröffnung des Infrastrukturprojektes Stuttgart 21 erzählen werden.

  3. Julia schreibt:

    vielen Dank immer für die vielen Infos, hab ja gestern den Anfang verpasst. War ebenfalls enttäuscht. Aber immerhin weiß ich jetzt, dass du nicht Zwuckelmann heißt 😛

  4. Thomas schreibt:

    @Norriz Nadoniz: Das kann Ihnen ja dann Ihr Zivi vorlesen wenn er das Essen auf Rädern bringt.

  5. Krankenschwester schreibt:

    @Norriz NadonizWas wohl Ihre- sich im Rotlicht befindlichen Geschäftspartner – zu ihrem Engagement für S21 sagen?Wenn Sie mit Postingadressen – die auf Sexseiten weiterleiten – Werbung für S21 machen, dann wirft Das ein bezeichnendes Licht auf alle S21-Befürworter.

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