15.11.2011 WENN WIR NICHT WOLLEN, KANN #S21 NICHT DURCHGESETZT WERDEN!!!

Stellt Euch vor, die Bahn will den Südflügel abreissen oder Bäume Fällen und die Arbeitsfahrzeuge kommen nicht bis zu ihrem Bestimmungsort. Stellt Euch vor, die Polizei will den Schlossgarten abriegeln, es ist aber für die Wachablösung kein Durchkommen bis nach Stuttgart. Stellt Euch vor, Autobahnen rund um Stuttgart sind tagelang verstopft, weil Menschen aus Protest eine Weiterfahrt verhindern. Stellt Euch vor, in der Stuttgarter Innenstadt ziehen zwei größere spontane Demonstrationen gleichzeitig ziellos umher. Stellt Euch vor …

Was wollt Ihr tun, wenn der Tag der Tage eintritt? Darüber müssen wir uns heute bereits Gedanken machen! Ich werde jedenfalls nicht am Zaun vor Polizisten stehen und in meine Trillerpfeiffe pusten! Ja, ich fordere dazu auf, im Fall der Fälle zivilen Ungehorsam zu leisten! Das Aktionsbündnis ist sich ja leider zu schade dafür, befürchtet negative Presse, befürchtet, nicht alles steuern zu können! Dabei ist ziviler Ungehorsam per se keine Straftat, sondern eine legitime Art der demokratischen Teilhabe eines jeden Bürgers durch symbolische Regelverletzungen! Und jeder hat es selbst in der Hand, was er tut und wie weit er geht! Ich jedenfalls habe keine Lust mehr auf diesen braven, berechenbaren „Widerstand“.

Die Routine am GWM ist mir fast unerträglich geworden. Jeden Morgen stehen dort dieselben Leute, dieselbe Polizei, dieselben Bauarbeiter. Jeden Morgen um 7 Uhr sind die Fahrzeuge im GWM und es wird auf dieser nicht legitimen Baustelle weitergearbeitet. Jeden Morgen bekommen die drei, vier selben Personen Platzverweise. Wie lange soll das noch so gehen??? Es geht mir nicht um Sabotage oder Sachbeschädigung, ich rufe ganz sicher nicht zu Straftaten auf, denn ich bin Demokrat, respektiere den Rechtsstaat und achte die Gesetze. Und gerade aus meinem tiefen Gerechtigkeitsempfinden heraus fällt es mir immer schwerer, zu akzeptieren, wie mit uns und unserem Widerstand gegen das undemokratische, unökonomische, unökologische, unästhetische und deshalb unsinnige Wahnsinnsprojekt Stuttgart21 umgegangen wird. Mir geht es um die gezielte, spontane Störung des Alltags und Stuttgarter Betriebs – in welcher Form auch immer. Bis zum 27. November halte ich still, aber sobald absehbar ist, dass die Bahn zur Tat schreitet, halte ich nicht mehr still! Ich hoffte wie ganz viele auf die Grüne Regierung – aber Herr Kretschmann äußert sich nicht zu den Knastcontainern, zu der Drohkulisse der 9000 Polizisten, kämpft nicht offen und klar für unsere Sache, sondern gleicht aus, wo es meiner Meinung nach nichts auszugleichen gibt! Zu viele Fakten sprechen eine klare Sprache!

Wir wissen, dass wir wahrscheinlich nicht viel erreichen können, wenn die Polizei nachts um 3 oder 4 Uhr anrückt – den Parkschützeralarm werden die meisten überschlafen, die anderen kommen per ÖPNV nicht nach Stuttgart rein, die meisten werden zu spät kommen. Der Park kann um diese Zeit schnell dicht gemacht werden, erst dann wird man die Zelte gemächlich räumen. Wir müssen damit rechnen, dass schnell Tatsachen geschaffen werden, die wir nicht verhindern können. Ich frage einfach mal: was passiert dann? Was können wir dann tun? Was wollt ihr tun? Wie weit seid Ihr bereit zu gehen? Wir müssen viele sein, wenn wir etwas erreichen wollen, das sollte uns klar sein.

Seid ihr bereit, zivilen Ungehorsam zu leisten? Wir müssen uns vor der Polizei nicht verstecken. Die liest hier mit und soll ruhig wissen, dass wir nicht untätig zusehen werden, wie hier ein nicht legitimiertes und in vielerlei Hinsicht äußerst fragwürdiges Projekt mit Polizeigewalt durchgesetzt werden soll. Drohen können wir auch! Lasst uns ebenfalls eine Drohkulisse aufbauen und der Polizei, der Bahn und den Verantwortlichen in Bund, Land und Stadt sagen, mit was sie zu rechnen haben, wenn dieser Unsinn nicht gestoppt wird! Wir sind nicht machtlos! Es gibt nur eine Voraussetzung, die gegeben sein muss: Wir müssen viele sein, um erfolgreich zu sein!

Es ist noch immer unsere Stadt! Und unser Bahnhof! Und unser Park!

Oben bleiben!

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37 Antworten zu 15.11.2011 WENN WIR NICHT WOLLEN, KANN #S21 NICHT DURCHGESETZT WERDEN!!!

  1. Zwuckelmann schreibt:

    @Oberbayer: Doch, hier geht es nur um Stuttgart. Die Neuordnung des Bahnknotens und Ihre Argumente beziehen sich auf die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm. Die steht aber nicht zur Debatte – weder bei meinem Protest noch bei der Volksabstimmung – auch wenn Grube das so darstellt und gerne hätte! Im übrigen ist Stuttgart ja nicht schlecht angebunden: in 3,5 Stunden fahren Sie nach Paris! In 35 Minuten sind Sie in Mannheim (120 Km), in 2,25 Stunden sind Sie in Köln!!! Die einzige Richtung, die nicht gut angebunden ist, ist München – und da gebe ich Ihnen Recht, das sollte sich ändern. Dazu ist aber die Gestaltung des Bahnhofs, also ob Kopf- oder Durchgangsbahnhof, vollkommen einerlei!

  2. oberbayer schreibt:

    Ja genau, so haben die damals vor 15 Jahren angefangen!! Die Langsam-fahrstrecke Ulm-S sollte ausgebaut werden. Dann haben sie alles mögliche untersucht: Anschluß an Kopfbahnhof (schlecht, u.a. Trassenführung durch dichteste Bebauung), Kombibahnhof (teuer, ungünstiger Betrieb) und Tiefbahnhof: auch teuer, aber wegen großem Zusatznutzen beim Städtebau und im Betrieb in der Summe die beste Lösung. Und jetzt ignorieren manche das alles und wollen aus sachfremden Gründen (Wahlen, Macht) um jeden Preis und ohne Detailprüfung auf jeden Fall was anderes. Und einige gehen auf diesen Leim und stellen sich lieber vor ein Baustellentor statt mal im Archiv nach den technischen Gründen für S21 zu suchen. Oder sich ausfühlich mit den HH Heimerl oder Teufel zu unterhalten. Dann braucht man auch nicht wieder von vorn anzufangen. Es geht also um mehr als einen lokalen Bahnhofsumbau.Schlußsatz: Sie brauchen ewig bis Karlsruhe, dann erst sind Sie schnell in Paris. Nur nach Mannheim gehts wirklich schnell in BW.

  3. Zwuckelmann schreibt:

    @Oberbayer: Es gibt keinen vernünftigen Grund, anzunehmen, dass eine Schnellfahrstrecke von einem Bahnhof abhängig sein soll! Das ist nun wirklich unlogisch. Auch wurden beide Projekte unabhängig voneinander geplant und geprüft und erst im Nachhinein vor wenigen Jahren aneinander gekoppelt – und das aus rein taktischen Gründen! Selbst die Bahn hat im Faktencheck dargelegt, dass der Vorteil, den der Bahnhof für die Schnellfahrstrecke bringt, nur wenige Minuten beträgt. Und eine Anbindung der NBS an den bestehenden Bahnhof ist natürlich möglich.

  4. oberbayer schreibt:

    So´n Quatsch! Es ging darum, vom Acker in Wendlingen nach Stuttgart Mitte zu kommen. Man hat sogar untersucht, den Bahnhof nach Cannstatt zu verlegen. Wie beschrieben, hat sich ein! Konzept entwickelt. Bei der Umsetzung (Detailplanung, Planfeststellung, Finanzierung) muß man dann(!) derartige Großprojekte in Abschnitte einteilen. Finanziell deshalb, weil die Stadt nicht die Schnellbahnstrecke finanzieren darf und der Flughafen und der Bund nicht beim Bahnhofsgebäude mitzahlt. Schnellbahnstrecke an Kopfbahnhof ist sicher nicht unmöglich, aber nicht sinnvoll. Die Frage ist, ob die Bahn das dann vom Betriebsablauf noch als sinnvoll ansieht und wer das finanzieren soll. Lesen Sie einfach mal in den Auswerteunterlagen. Und wenn das dann doch (Politik!) kommen sollte, dann können Sie zusehen, wie sich der Widerstand der betroffenen Wohnbevölkerung formiert und die Kosten steigen.Ich frage mich, warum Sie immer wieder Verschwörungstherorien („taktische Gründe“??) nachlaufen statt sich in die technischen Argumente einzuarbeiten.

  5. Zwuckelmann schreibt:

    @Oberbayer: um den entscheidenden Punkt drücken Sie sich: „Schnellbahnstrecke an Kopfbahnhof ist sicher nicht unmöglich, aber nicht sinnvoll.“ Wieso soll das so sein? Es gibt schlichtweg keinen vernünftigen Grund! Und dass Sie uns fehlende technische Argumente vorwerfen, ist nun wirklich ein Hohn! Es gibt genügend Ingenieure und Bahner, die sehr detailliert darlegen, warum beide Projekte getrennt voneinander möglich sind. Und ein letztes zum Thema Verschwörungstheorien: Sie sind blauäugig, wenn Sie meinen, S21 würde allein aus verkehrlichen Gründen gebaut! Den Investitionsbedarf auf den heutigen Gleisflächen schätzt man auf über 100 Mrd. Euro – dass hier ganz andere Kräfte walten und Interessen durchgesetzt werden, die mit der Bahn und dem Bahnhof herzlich wenig zu tun haben, muss doch auch Ihnen klar sein!! Alles andere wäre naiv und realitätsfremd!

  6. Oberbayer schreibt:

    Schon wieder Verschwörungstheorien: riesige Summen,waltende Kräfte. Ich habe mich einfach gefragt, ob das technische Planungs- und Auswahlverfahren einigermaßen sauber gelaufen ist. Mein starker Eindruck: Ja. Damit gehe ich davon aus, daß S21 im gesamten Kosten / Nutzenverhältnis die beste Lösung ist. Wirklich selbst beurteilen kann ich das nicht (wie keine Einzelperson).Wenn Sie genau wissen wollen, warum der Anschluß der Hochgeschwindigkeitsstrecke an den Kopfbahnhof nicht sinnvoll ist, müssen Sie in den damaligen Bewertungsunterlagen nachgraben. Einige Gründe habe ich oben genannt. Daß da immer welche anderer Ansicht sind ist klar. Man sollte nur genau hinschauen, wo das herkommt, und schlagende neue Argumente vorgebracht werden. Ich sehe das nicht, sondern wieder nur Einzelpersonen wie ich eine bin. Und da traue ich eher den Ergebnissen der breiten Untersuchungen von 95-2003. Zumal der Einstandspreis für neue Lösungen heute auf jeden Fall hunderte von Millionen für die bisherigen Arbeiten ist.

  7. Bahnfahrer schreibt:

    @ZwuckelmannZu Ihrem Eintrag „@Bahnfahrer: Meine Sicht: die Stuttgarter (und nur die Stuttgarter) sollen darüber abstimmen, ob der Bahnhof verbuddelt wird oder nicht.“Wir lassen mal Fernverkehr etc. außen vor und betrachten nur den Nahverkehr. Ihrer Meinung nach dürfen also alle Baden-Württemberger für das Projekt zahlen, das Auswirkungen auf den Nahverkehr der gesamten Region Stuttgart (und darüber hinaus) hat aber abstimmen dürfen nur die Stuttgarter darüber.So etwas nenne ich undemokratisch !!!Ich habe das schon oft auf den Seiten der Parkschützer gelesen. Man will eine echte Abstimmung der Bürger über Stuttgart 21, aber nur in der Region oder dem Gebiet, in dem man hofft eine Mehrheit gegen Stuttgart 21 zu finden. Es ist ein sehr durchschaubares Verfahren, wenn man Bürgerbeteiligung nur für diejenigen einfordert die die eigene Meinung haben (wobei ich nicht glaube, dass die Mehrheit der Stuttgarter Ihrer Meinung ist).Meine Meinung ist eine andere: alle Bürger, die von dem Projekt betroffen sind sollen in Baden-Württemberg darüber abstimmen. Und das sind eben die Stuttgarter, die Pendler aus der Region und alle, die finanziell daran mitzahlen – also wirklich ALLE in Baden-Württemberg.

  8. Bahnfahrer schreibt:

    @Zwucklelmann:was ich noch vergessen hatte:Ja ich bin, wie bereits geschrieben in ALLEN Fällen gegen eine Verschwendung von Steuergeldern. Lassen Sie uns gemeinsam beginnen sorgsamer damit umzugehen. Im Falle von Stuttgart 21 bedeutet dass für mich, das Projekt kritisch zu begleiten und in allen Bereichen darauf achten, dass sorgsam geplant und umgesetzt wird. Wenn dies nicht geschieht, bin ich sofort dafür einzuschreiten.Beginnen wir mit den völlig unsinnigen Ausgaben und Kosten für Blockadeaktionen der S21-Gegner. Die Kosten für Bauverzögerungen, Polizeieinsätze du Beseitigung von Schäden treffen uns alle. Im Gegensatz zu den Projektkosten von Stuttgart 21 würde eine Vermeidung dieser Kosten z.B. auch direkt dem Haushalt der Stadt Stuttgart zugute kommen (dort fehlt genügend Geld für Schulen, Kindergärten usw.). Die „Begleitkosten“ bei Demonstrationen sehe ich anders. Die Ausübung eines demokratischen Grundrechts muß zu Lasten aller gehen. Aber der „individuelle Widerstand“ (ich hasse den Begriff „Widerstand“ im Zusammenhang mit Stuttgart 21 – das degradiert den Sinn dieses Wortes) mit dem Motto „ziviler Ungehorsam“ bei dem eine Minderheit der Mehrheit ihren Willen (meine Meinung) aufzwingen will kann nicht zu Lasten der Allgemeinheit gehen !

  9. Zwuckelmann schreibt:

    @Bahnfahrer: es ist doch jetzt schon absehbar, dass der Deckel von 4,5 Mrd. geknackt wird! Was heißt für Sie „kritisch begleiten“? Zumal die Bahn selbst gesagt hat, dass bei einer Überschreitung der Kostengrenze das Projekt endgültig unwirtschaftlich wird.Sehen Sie nicht, dass meine Art der „kritischen Begleitung“ genau das ist, dass ich morgens am GWM stehe? Für mich ist der Punkt erreicht, an dem ich diese absehbare Steuerverschwendung nicht mehr akzeptieren will! Und nach Abwägung der „Kosten“ für die Polizeieinsätze (die ja auch nur theoretische sind, denn Bereitschaftspolizei heißt nicht umsonst Bereitschaftspolizei) und die Milliarden, die für das Projekt verschleudert werden sollen, fällt meine Bilanz eindeutig aus.Im übrigen ist der Sinn zivilen Ungehorsams nicht, eine Minderheitenmeinung einer Mehrheit aufzudrücken, sondern durch gezielte Regelverletzungen auf einen Mißstand aufmerksam zu machen, der eine so hohe Relevanz hat, dass man auch die rechtlichen Folgen trägt. Wie gesagt bin ich still, wenn es endlich einmal zu einer wirklich korrekten, einer Demokratie würdigen Abstimmung zu S21 kommt. Solange wir aber ja gar nicht wissen, wie die Mehrheitsverhältnisse aussehen, kann ich diesen Stuss, diese ewigen Lügen, dieses Gemauschel und diese dreiste Verschwendung aus meinem tiefsten Gewissen und Rechts- und Demokratieempfinden nicht mittragen! Für mich ist das kein Spaß und keine Lapalie, sondern eine Situation, die mich an Grundsätzen dieser Gesellschaft zweifeln lässt.

  10. Bahnfahrer schreibt:

    @ZwuckelmannFür Sie ist das kein Spaß – für mich auch nicht. Ich habe versucht mich in den letzten zwei Jahren zu diesem Projekt schlau zu machen, habe auf allen verfügbaren Kanälen Informationen gesammelt und mit vielen Gegnern und Befürwortern geredet. Dann habe ich die Internetseiten von Herrn Stockers Verein (Leben in Stuttgart) und den Parkschützern entdeckt und mir über Monate ein Bild von der Sichtweise der Gegner gebildet. Erst danach habe ich mir eine Meinung – meine Meinung zum Projekt gebildet.Versuchen sie doch bitte auch einmal die Dinge von der anderen Seite zu betrachten:Es gibt ein Projekt, dessen Ziele Sie für sinnvoll erachten und das für den Nah- und Fernverkehr große Vorteile bringen und gleichzeitig in der Stadt neue Flächen für das Leben, Wohnen und Arbeiten in der Stadt schaffen soll. Das Projekt wird lange geplant, irgendwann genehmigt finanziert und auf den Weg gebracht. Als es endlich soweit ist, daß seine Umsetzung in greifbare Nähe rückt, kommen Leute daher, die genau dieses Projekt um jeden Preis stoppen wollen. Und obwohl sie dieses Ziel weder durch rechtliche Schritte (Klagen gegen das Projekt), noch durch demokratische Verfahren (Wahlen – bis hin zur Wahl einer neuen Landesregierung) stoppen können, meinen Sie jetzt für sich in Anspruch nehmen zu können, über der Demokratie, dem Rechtsstaat und dem Willen der Mehrheit der Bevölkerung zu stehen, indem Sie dies Projekt mit unrechtmäßigen Mitteln bekämpfen.Wie würden Sie diese Projektgegner denn dann einstufen?

  11. Uwe Mannke schreibt:

    Sehr geehrter Bahnfahrer,es muss einen guten Grund geben, warum Sie mit einer solchen Ausdauer ihre Argumente, die leider immer wieder auf widerlegten Fakten beruhen, so freundlich und wohlforumuliert hier platzieren. Das kann ihnen nur gelingen, weil wir bei diesem Projekt keine anerkannte neutrale Instanz haben, die die Wirtschaftlichkeit und Sinnhaftigkeit des Projektes beurteilen kann. Eine freie Wissenschaft zu diesem Thema gibt es nicht mehr, seit dem Wirtschaftsunternehmen eine enge Kooperation mit der Wissenschaft pflegen. Es fehlt schlicht eine Separierung von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft. Dadurch kommt es zu der eigenartigen interessengeleiteten Sammlung von Fakten, die zum eigenen „Weltbild“ passen.

  12. Bahnfahrer schreibt:

    @Uwe Mannke,es gibt einen Grund: ich persönlich bin davon überzeugt, daß das Projekt Stuttgart 21 wichtig und richtig ist. Sehr wahrscheinlich sind Sie vom Gegenteil überzeugt. So ist das Leben und damit habe ich (und hoffentlich Sie auch) kein Problem. Aber viel wichtiger als dieses Projekt ist mir, wie wir alle miteinander umgehen. Ich bin definitiv nicht der Meinung, dass die gegenwärtige Form der Auseinandersetzung zukunftsweisend ist. Irgendwann werden die Gegner und die Befürworter dieses Projektes aufwachen und feststellen, dass es noch Themen außerhalb von Stuttgart 21 gibt.Mich würde noch interessieren an welcher Stelle ich „widerlegte Fakten“ angeführt habe und welche neutrale Instanz diese denn widerlegt hat. Oh ich vergaß – Sie beklagen ja, dass es diese neutrale Instanz nicht gibt…Sie sehen auf welches Problem Sie mit Ihrer Argumentation zusteuern?Ich denke, wenn man sich (wie ich weiter oben beschrieben habe) über das Projekt Stuttgart 21 informieren möchte, um sich seine eigene Meinung bilden zu können, kann man dies auch tun – es gibt in jede Richtung ausreichend Quellen dazu.Das gilt im übrigen für jeden komplexen Sachverhalt. Ich bin auch kein Atomwissenschaftler und habe mich soweit informiert, um für mich zu beurteilen, dass ich diese Technologie nicht für sinnvoll erachte und ablehne. Dazu brauch ich für mich keine unabhängige Instanz, die dies feststellt.

  13. Krankenschwester schreibt:

    @Oberbayer“Und da traue ich eher den Ergebnissen der breiten Untersuchungen von 95-2003.“Bitte einen Link dazu, damit man sich damit vernünftig auseinandersetzen kann!

  14. Krankenschwester schreibt:

    @BahnfahrerZitat:“Es gibt ein Projekt, dessen Ziele Sie für sinnvoll erachten und das für den Nah- und Fernverkehr große Vorteile bringen und gleichzeitig in der Stadt neue Flächen für das Leben, Wohnen und Arbeiten in der Stadt schaffen soll.“–> Wo hat Zwuckelmann jemals behauptet, dass dieses Projekt – das sie noch nicht einmal benennen – für ihn sinnvoll wäre?

  15. oberbayer schreibt:

    @ Krankenschwester: Schon wieder dieselbe Frage: „wo muß ich draufklicken?“ Zu mehr reicht´s wohl nicht. .Wenn Sie sich für die Untersuchungen für S21 interessieren, müssen Sie diese einfach lesen. Das erfordert eben auch mal einen Gang in eine Staatsbibliothek oder in ein Zeitungsarchiv und eine Bitte an damals Beteiligte um Informationen und Kopien von Originalunterlagen, oder Hinweise wo Einsicht möglich ist. . Online war damals nicht ganz so in wie heute.Leute die nur noch klicken können, sollten bei Wikipedia anfangen mit dem lesen. Ein Stückchen weit kommt man auch dort.

  16. Bahnfahrer schreibt:

    @Krankenschwester:Bitte erst lesen, dann schreiben. Ich hatte Herrn Zwuckelmann (der meine Fragen leider nicht beantwortet hat) gebeten, die Dinge mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Dazu muß man natürlich seine eigene Perspektive zumindest kurzzeitig gedanklich ändern und versuchen sich in eine andere Position hineinzuversetzen. Nach dem Motto „stellen Sie sich vor es , gibt da ein Projekt“ …Immer noch nicht verstanden?Gut dann probieren wir es mal anders. Stellen Sie sich vor: – die S21-Gegner gewinnen den Volksentscheid – Die Bahn gibt S21 auf und beginnt mit der Planung von K21 (ein Projekt das Sie dann ganz toll finden) – nach 10 bis 15 Jahren Planungszeit beginnt der Bau von K21 – wegen Wegfall von Wohngebieten, und neuer Bahntrassen durch dicht bewohntes Gebiet und Wegfalls von Grünflächen formiert sich Widerstand in der Bevölkerung Und jetzt einiges weiter oben noch mal weiterlesen: „Es gibt ein Projekt…“

  17. Zwuckelmann schreibt:

    @Bahnfahrer: Natürlich bleibt es Ihnen unbenommen, große Vorteile für den Nah- und Fernverkehr bei S21 zu sehen. Diese sind allerdings höchst umstritten. Und 75% der neuen Flächen für Wohnen und Arbeiten in der Stadt sind auch mit einem Kopfbahnhof realisierbar. Was aber einfach nicht stimmt, ist der Planungsprozess, den Sie hier als so reibungslos und korrekt darstellen. Angefangen von der ersten Präsentation des Projekts über die Planungsphase bis hin zur Finanzierungsvereinbarung gab und gibt es genügend Beweise dafür, dass hier eben nicht alles mit rechten Dingen zu ging, dass dreist gemauschelt wurde und dass darauf geachtet wurde, eben keine Transparenz herzustellen. Wie sollen Bürger sich gegen eine Verarsche wehren, die sie nicht beweisen können? Im übrigen gibt es massiven Widerstand bereits seit Beginn des Projekts, die Proteste nahmen nur enorm zu, als die für alle überraschende und nicht vorhersehbare Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet wurde. Viele Tatsachen weiß man außerdem erst heute und wusste sie eben noch nicht für 10 Jahren! Und schließlich: Es gab genügend Möglichkeiten, Bürgerbeteiligung zu ermöglichen. Das hat man aber tunlichst vermieden – und wundert sich jetzt, dass einem das Projekt um die Ohren fliegt?? Hier steht niemand von uns über dem Rechtsstaat, ich fordere nur ein Mindestmaß an Rechtsstaatlichkeit (Parlamentsabstimmungen mit geschönten Zahlen? Finanzierungsvereinbarung mit geschönten Zahlen?) und demokratischer Mitbestimmung (Bürgerentscheid?).Wie kommen Sie darauf, dass unsere Mittel unrechtmäßig seien???Zu ihrem aktuellen Kommentar: selbst wenn sich wieder Bürgerprotest bildet, muss dieser ernst genommen werden. Das ist ein politisches Problem, das politisch gelöst werden muss! Es kann nicht sein, dass die Politik darauf reagiert, indem sie sagt: wir machen es trotzdem, denn wir wissen, was für die Bürger gut ist!

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