27.9.2011 Baden unterstützt Schwaben erfolgreich gegen #s21 #cams21

Die Badener waren heute zu Gast am GWM. Was dort geschah, war ein Musterbeispiel, wie effektiv 100 Demonstranten sein können. Doch der Reihe nach.
Heute früh um 6 Uhr waren bereits 50 Demonstranten am GWM und blockierten ein einsames Auto aus dem Emsland. Die Polizei war mit dem Lautsprecherbus vor Ort und beobachtete die Szenerie. Es wurden immer mehr und mehr Demonstranten, es wurden einige Baden-Fahnen geschwenkt, die Trommler und Blechbläser waren vor Ort und es war eine sehr gute Stimmung. Dann kamen noch einige Hölscher-Fahrzeuge hinzu und um 6:40 kam die Polizei mit vielen Wannen angefahren. Inzwischen waren bestimmt 100 Demonstranten vor Ort. Die eine Fahrspur wurde von der Polizei gesperrt. Wir setzten uns vor das rechte Einfahrtstor und warteten, was passieren würde. Die Polizei machte keinerlei Durchsage, sondern kam mit der Bereitschaft und umstellte uns. Die Fahrzeuge wurden um uns herum ins Linke Tor eingeleitet, wo nur zwei, drei Personen standen, die schnell beiseite geschoben waren. Punkt 7 Uhr waren die Hölschers drin.
Aber sie mussten ja auch wieder raus. Die Polizei bildete zwar eine Kette an der linken Ausfahrt, das hinderte die Demonstranten aber nicht daran, sich vor das Tor zu setzen. Um 7:45 wollten dann die Arbeiter wieder heraus, konnten aber nicht. Die Räumung dieser Blockade dauerte sicher bis 8:30, da die Polizei heute mit erstaunlich wenig Mann und Frau vor Ort war. Schließlich waren alle Sitzblockierer weggebracht, als sich der Hölscher- und Niederrhein-Tross in Bewegung setzte und Richtung Wolframstraße fahren wollte. Sie wurden aber von uns begleitet und konnten nicht wirklich schnell fahren. Leider war wegen der Polizeikette kein Durchkommen am GWM, wenn man auf der rechten Seite gestanden hatte, so dass ich einen kleinen Frühspurt einlegte und ums GWM herum durch den Schlossgarten zur Wolframstraße spurtelte. Dort kam der Tross gerade mit viel Polizeischutz an und wurde erneut von Demonstranten an der Geradeausfahrt gehindert, so dass die Baufahrzeuge etwas Slalom fahren mussten. Die hinteren Fahrzeuge bogen lins ab und wollten ins A1-Gelände, die vorderen drei, vier Fahrzeuge wollten in den unteren Schlossgarten. Da die Einfahrt dort wieder von anderen Demonstranten versperrt war, nahmen sie kurzerhand den Baustelleneingang direkt neben der Brücke am Bahndamm. Die Polizei schob die Demonstranten auf dem Fußweg dennoch etwas vor, damit ein kleiner Bagger von einem Anhänger entladen werden konnte. Da es ziemlich lange dauerte, bis sich die Bauarbeiter organisiert hatten, waren bald sicher wieder 80 Demonstranten am Rössle-Brunnen und besichtigten die Baustelle. Ein paar stellten sich direkt vor den kleinen Bagger, der den gerodeten Weg entlang tuckerte. Ich lief den gerodeten Weg weiter nach hinten und filmte von dort die Geschehnisse. Dort wurde gestern übrigens auch eine „Grabplatte“ gefunden – das Denkmalamt ist eingeschaltet. Irgendwann war auch die Polizei in der Stärke vor Ort, die es eben für die Menge an Demonstranten benötigte und machte eine Durchsage. Ich hörte wohl, dass die Polizei spricht, da aber die Musik direkt neben mir spielte, hörte ich nicht, was durchgesagt wurde. Außerdem war ich wirklich weit von allem weg. Ich bekam zwar mit, dass an der Mauer zu dem gerodeten Weg eine kleine Polizeikette gebildet wurde, diese war aber hinten am Weg offen, so dass ich mir nichts dabei dachte. Doch um 9:15 wurde der Weg mit der Polizeikette auch geschlossen, so dass ich weit hinten mit 5 anderen Demonstranten und ca. 10 Blockierern, die direkt vor dem Bagger standen, eingekesselt war. Naja, den Einsatzleiter wollten sie nicht holen, sondern ein Polizist sagte mir, wir müssten jetzt warten, bis die Module aufgebaut wären. Als ich mich mit ihm weiter unterhielt und weiterhin forderte, den Einsatzleiter zu sprechen, weil ich dort weit weg vom Bagger mir keiner Schuld bewusst war und auch nicht hörte, dass ich dort weggehen sollte, meinte er erneut, dass wir warten müssten, weil wir nacheinander „in den Modulen abgearbeitet“ würden. Jetzt erst verstand ich, was er mit Module meinte und was er mir in seinem Polizeisprech sagen wollte. Am Bagger wurden die Demonstranten schließlich abgeführt und irgendwann war die Reihe auch an mir. Meine Personalien wurden aufgenommen und ich erhielt einen Platzverweis bis 24 Uhr und eine Anzeige wegen des Verdachts der Nötigung. Es war 9:40 und die Arbeiter konnten noch immer nicht weiter arbeiten – ich musste aber arbeiten gehen und hatte ja auch einen Platzverweis (laut Polizei: „für den Schlosspark, die Schlossstraße und den Bahnhof“ – super kennen die sich hier aus! Der Schlosspark ist ein Schlossgarten, die Schlossstraße heißt Straße am Schlossgarten und der Bahnhof ist und bleibt unser Bahnhof! Ich wollte es dann noch etwas genauer, habe gefragt, ob ich den Verweis für den ganzen Schlosspark hätte, habe es aber irgendwann aufgegeben.)
Die Stimmung war wirklich gut und die Spontaneität der Teilnehmer super. Die Musik spielte, die Sonne schien irgendwann – die Personalien wurden am pöätschernden Brunnen aufgenommen. Nachdem ich gegangen bin, gab es wohl noch eine Spontandemo durch den Schlossgarten zum Planetarium und auch zum Staatstheater, wo angeblich 50 Demonstranten am und im See standen und die Polizei wohl ziemlich hilflos zuschaute

Mein Dank gilt allen – und vor allem den Badischen Landsleuten – für ihr heutiges Engagement!

Gestern wurde, wie berichtet, ein Demonstrant von einem Bauarbeiter vorsätzlich angefahren. Der Demonstrant hat auch sofort Anzeige erstattet, denn jeder muss sich soweit im Zaum haben, dass so etwas nicht passiert. Was heute im Polizeibericht zu lesen ist, ist jedoch eine Unverschämtheit. Die Polizei stellt es in der Pressemitteilung so dar, als ob der Demonstrant auf die Straße gesprungen wäre, der Fahrer nicht bremsen konnte und der Demonstrant deshalb eine Nötigung begangen hätte. Fakt ist, und das ist belegt, dass der Demonstrant auf dem Weg im Schlossgarten still und gut sichtbar stand, sein Schild in die Höhe streckte und dennoch angefahren wurde. Warum verbreitet die Polizei offensichtliche Lügen? Schämt Euch!

Oben bleiben!

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7 Antworten zu 27.9.2011 Baden unterstützt Schwaben erfolgreich gegen #s21 #cams21

  1. Arno Nühm schreibt:

    Wer bricht denn hier geltendes Recht?

  2. Zwuckelmann schreibt:

    Uiuiui, Arno, das ist eine gute Frag!

  3. Arno Nühm schreibt:

    Dominik, ich könnte auch fragen, was würden Sie machen, wenn man Sie tagtäglich an Ihrem Arbeitsplatz belästigen würde?Wann haben Sie das letzte Mal „Räuber und Gendarm“ gespielt? Hat es heute wieder Spass gemacht und den notwendigen Kick gegeben? Die Kommentare in Ihren Videos deuten jeweils wieder darauf hin. Oder waren Sie wieder „Journalist für Cams21“?

  4. Zwuckelmann schreibt:

    @Arno: Wir spielen nicht Räuber und Gendarm, auch wenn es für Sie so aussehen mag! Wahrscheinlich können Sie sich nicht einmal vorstellen, wie wenig Spaß und wie sehr Ernst es mir ist! Und Sie können sich darauf verlassen, einen „Kick“, wie Sie es nennen, gibt mir dieser ganze Mist ganz sicher nicht. Ich weiß besseres mit meiner Zeit anzufangen und ich bitte den Tag herbei, wo S21 begraben wird.Bitte belegen Sie doch, wo meine Kommentare darauf hindeuten, dass mir das alles einen „Kick“ gibt, das würde mich wirklich interessieren.Wir machen Sitzblockaden (wie oft soll ich es eigentlich noch sagen???) NICHT, um Bauarbeiter oder die Polizei zu belästigen oder zu ärgern und schon gar nicht, um irgendwas zu spielen, sondern es geht hier um die Sache! Es gibt genügend Bauarbeiter, die die Blockadesituationen vollkommen gelassen sehen und letztlich kein Problem damit haben – selbst wenn es sie verständlicherweise nervt. Wer aber ausrastet, muss dafür gerade stehen, das ist bei uns nicht anders als bei der Polizei, den Bauarbeitern und jedermann sonst.Was ist bitte ihr Problem?

  5. Arno Nühm schreibt:

    Lassen Sie mal einen Psychologen über Ihre Kommentare in den Videos hören. Sie wären erstaunt, was Stimmlage, Ausdrucksweise, Art des Sprechens usw. über Sie aussagen.Seien Sie ganz entspannt, der Bahnhof kommt unter die Erde, wird quasi begraben.Wenn ich Sie bei der Arbeit belästigen würde, ginge es mir natürlich auch um „die Sache“, nicht um Sie.

  6. Zwuckelmann schreibt:

    Arno, jetzt winden Sie sich aber fein heraus ;-)Ich wundere mich immer wieder, welche Vorstellungen einige Leser über mich haben – der Beruf des Psychologen ist nicht umsonst geschützt, weil es eben einen Unterschied zwischen Psychologie und Küchenpsychologie gibt. Ihre Küchenpsychologie, Arno, führt Sie mit ziemlicher Sicherheit in die Irre.

  7. Arno Nühm schreibt:

    Ich sagte, dass Sie zu einem Psychologen gehen sollen und die Videos mitnehmen sollen. Der wird Ihnen das erläutern. Ich werde und möchte das nicht machen und bin kein Psychologe. Ich kann Ihnen nur sagen, dass Sie mittlerweile den morgentlichen „Kick“ brauchen.Sollten Sie nicht abhängig sein, pausieren Sie doch mal 2 Wochen mit Blockade und unter Beibehaltung von Arbeit und ähnlichem. Halten Sie das aus?

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