11.04.2011 #k21 #s21 Die Bahn verhält sich dieser Tage ziemlich dumm und verspielt ihr allerletztes bisschen Vertrauen

Viele Unternehmen sind bereits gescheitert, weil der jeweilige Vorstand und Unternehmenslenker die Realität nicht wahrhaben wollte und die Zeichen der Zeit einfach nicht erkannt hat. Es wurden einsame Entscheidungen getroffen, die sich am Ende als fatal für das Unternehmen herausstellten.

Ähnlich erscheint es mir gerade bei der Bahn zu sein. Während die Mitarbeiter, die sich um Stuttgart 21 kümmern, immer häufiger und immer lauter über drohende bauliche und finanzielle Risiken sprechen und jeden Tag neue Artikel hierüber in den Tageszeitungen erscheinen, tut Herr Grube so, als ob ihm diese Informationen nicht bekannt sind, droht dem Land weiterhin mit vollkommen überhöhten Schadenersatzforderungen und hält an dem Projekt fest, als ob es gar keine Zweifel an der Machbarkeit gäbe. Alle Kritik und alle Risiken werden abgetan, ignoriert oder als unbegründet hingestellt, als ob solche kritischen Äußerungen und Dokumente das normalste der Welt seien. Will Herr Grube die Realität nicht wahrhaben oder traut sich niemand, ihm diese kritischen Dokumente vorzulegen? Egal, was der Grund hierfür ist, es macht den Eindruck, als ob der Kopf nicht mehr weiß, was der Körper tut.

Die Bahn widerspricht sich auch mit ihrem Handeln und ihren Äußerungen. Einerseits wird ein vorläufiger Baustopp eingelegt als „Zeichen des Entgegenkommens“ für die neue Regierung, damit diese sich sammeln kann und keine neuen Fakten bis dahin geschaffen werden. Andererseits wird bereits jetzt der neuen Regierung massiv mit Regressforderungen gedroht, wo sie doch noch gar nicht im Amt ist und noch gar nicht entschieden hat, wie sie sich zu Stuttgart 21 positioniert. Wozu soll der Baustopp dann ein Zeichen sein, wenn laut Bahn so oder so weitergebaut wird und es gar keine Frage darüber gibt, weil alles ganz sicher ist? Wenn die Bahn sich so sicher ist, dass weiter gebaut wird, warum tut sie es dann nicht, sondern stoppt für mehrere Wochen das Projekt? Herr Grube argumentiert, dass er als Vorstand einer AG den Aktionären verpflichtet sei und deshalb im Falle eines Ausstiegs 1,5 Mrd. Euro Schadenersatz fordern wird. Gleichzeitig verplempert er jeden Tag des Baustopps mehrere Millionen – ist er hier den Aktionären etwa nicht verpflichtet? Oder hat der Baustopp am Ende etwa doch ganz andere Gründe?

Auch Unternehmen benötigen für die Durchsetzung ihrer Projekte Vertrauen in der Politik und in der Bevölkerung. So wie sich die Bahn aktuell geriert, zerstört sie allerdings das bisschen Vertrauen, das sie vielleicht noch besessen hat.

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