07.03.2011 #k21 #s21 Jetzt lügen auch schon die Wachleute und LKW-Fahrer – verstehen sie die LGNPCK-Buttons als Aufforderung?!?

Ab 7 Uhr standen wir zu acht auf dem Bürgersteig an der Einfahrt zum Grundwassermanagement. Es dauerte bis ca. 7:20, als ein LKW aus Richtung Schillerstraße langsam mit Warnblinker und halb auf der rechten Busspur sich der Baustelleneinfahrt näherte. Ca. 25 Meter vor der Kurve zur Einfahrt blieb er dann stehen, der Fahrer zog sich seine gelbe Warnweste an, stieg aus und lief zur Einfahrt. Dort besprach er sich mit den Sicherheitsleuten. Kurz darauf lief er wieder zurück zu seinem LKW. Als er an uns vorbei kam, wurde er gefragt, ob er in die Baustelle einfahren möchte. Er bejahte das. Daraufhin sagten wir ihm, dass wir uns dann vor ihn stellen würden und dass er das nicht als Aktion gegen sich persönlich werten solle, sondern als Ausdruck des Protests gegen Stuttgart 21. Er erwiderte, dass wir uns ruhig vor ihn stellen könnten, dass er uns dann aber umfahren würde (Betonung auf „um“!). Wir stellten uns vor ihn. Er stieg in den LKW, ließ den Motor an, setzte kurzerhand zurück und wollte ganz offensichtlich um uns herum fahren. Daraufhin sind wir bis zur Kurve an die Einfahrt zurück gegangen und fünf von uns stellten sich dort gut sichtbar in der Kurve auf die Straße zwischen Gehweg und Fußgängerinsel. Der LKW kam langsam auf uns zugefahren, wurde noch langsamer und blieb kurz vor uns stehen. Er ließ aber immer wieder die Bremsen los, gab eventuell auch etwas Gas, zumindest rollte er mehrmals auf die Blockierer zu. Einen Blockierer berührte er wiederholt, die anderen wichen vor ihm zurück. So versuchte er sich den Weg durch die Blockade zu bahnen. Als er drei bis vier Mal einen Blockierer angefahren hatte, klopfte ein Blockierer an die Beifahrertür und rief dem Fahrer zu, er solle anhalten, was er dann auch tat. Der LKW stand fast vollständig auf der Abbiegespur, wobei ein Teil des Anhängers auf der rechten Geradeaus-Spur stand. Die linke Spur war komplett frei befahrbar.

Ein Wachmann kam aus der Baustelle heraus und gab dem LKW-Fahrer Anweisung, sich so hinzustellen, dass er die komplette Straße sperrte. Das tat er dann auch, indem er weit zurücksetzte auf die linke Spur, dann erneut in die Einfahrt einbog, aber so stehen blieb, dass alle beiden Fahrspuren durch ihn blockiert waren. Da wir bereits Erfahrung mit diesen Aktionen haben und wirklich immer darauf bedacht sind, keine weiteren Verkehrsteilnehmer zu behindern, stellten wir uns sofort, als der LKW zurück setzte, direkt vor den Bauzaun, so dass der LKW dort, wo er dann stehen blieb, überhaupt nicht blockiert wurde. Der LKW hätte wesentlich weiter vor bis direkt vor das Tor in die Einfahrt fahren können und hätte damit zumindest die linke Geradeausspur freigeben können, er blieb aber fast am Anfang der Kurve stehen. Unserer Aufforderung, dass er doch bitte weiter vorfahren solle um nicht die komplette Straße zu blockieren, entgegente er nur, dass er das nicht machen werde, sondern genau so stehen bleibe, solange wir nicht das Tor freigeben würden. Also standen wir direkt vor dem Bautor, der LKW ca. 10 bis 15 Meter vor uns mitten auf der Straße. Es stand kein weiteres Fahrzeug hinter dem LKW.

Dann kam die Polizei. Wir wurden aufgefordert, die Einfahrt frei zu machen, ansonsten würden wir kostenpflichtig geräumt. Vier Blockierer blieben stehen. Als dann noch ein Polizeiwagen kam und die Polizei dem Fahrer die Anweisung gab, doch weiter in die Einfahrt einzufahren, gingen wir auf die Seite, so dass der LKW dann auch gleich ganz in die Baustelle fahren konnte. Unsere Personalien wurden aufgenommen und wir erhielten einen Platzverweis bis 18 Uhr für das Gebiet um die Baustelleneinfahrt. Unsere Ausweise erhielten wir nicht sofort zurück, auf Nachfrage sagte die Polizei, sie müsse noch den LKW-Fahrer sprechen bzw. sich den LKW ansehen, ob er beschädigt sei, weil wir ja auf die Seite geklopft hätten und der Verdacht bestünde, dass am LKW etwas beschädigt sei (???). Auf unsere Anmerkung, dass der LKW-Fahrer ja auf uns draugefahren sei und wir deshalb an die Tür geklopft hätten, wurde der Polizist hellhörig und meinte, wenn das so gewesen sei, müsse er andere Kollegen verständigen, weil das nicht mehr in sein Aufgabengebiet falle. Also verständigte er Kripo-Kollegen, die gegen 8 Uhr vor Ort waren. Lange Rede, kurzer Sinn: der LKW-Fahrer und das Wachpersonal haben ausgesagt, dass wir für den LKW-Fahrer völlig überraschend auf die Straße gesprungen seien. Deshalb, teilte uns die Polizei mit, bestünde nun der Verdacht auf Nötigung. Die Tatsache, dass der LKW-Fahrer mehrere Male einen Blockierer angefahren hat, würde nur weiter verfolgt, wenn Anzeige wegen Körperverletzung gestellt würde, der Verdacht auf Nötigung müsse aber ohnehin weiter verfolgt werden. Jetzt werden wir also Juristen einschalten, um diese für uns doch recht eigenartig anmutende Situation angemessen bewerten zu lassen und ggf. weitere Schritte einzuleiten. Wieder wird die Situation mit Lügen so gedreht, dass wir die Dummen sind. Und wieder kann ich nur den Kopf schütteln und mich wundern, was für ein Bananenländle es nur ist, in dem wir leben.

 

Hellau und Oben bleiben!

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3 Antworten zu 07.03.2011 #k21 #s21 Jetzt lügen auch schon die Wachleute und LKW-Fahrer – verstehen sie die LGNPCK-Buttons als Aufforderung?!?

  1. Energisch_ schreibt:
  2. ebse schreibt:

    Hmmm.Anzeige wegen „Verdacht auf versuchte Körperverletzung“ gegen den Fahrer?Falschaussage? Unter Eid?Tapfer seid Ihr!

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