Der Morgen im Rosensteinpark am 25.02.2013

In wenigen Tagen endet die vegetationsfreie Periode und damit die Möglichkeit, Bäume zu fällen. Aus diesem Grund hat die Bahn bereits vor Tagen angekündigt, im Rosensteinpark am Bolzplatz und an der Ehmannstraße Rodungs- und Fällarbeiten vorzunehmen. Laut Polizei wurde der Gestattungsvertrag, der diese Arbeiten erlaubt, am Donnerstag unterzeichnet.

Heute früh bin ich um 5 Uhr in den Rostensteinpark gegangen, da sich die Zeichen verdichteten, dass heute früh die Rodungsarbeiten beginnen sollten. Bis gegen 6 Uhr war alles ruhig, die Polizei fuhr zwar Streife, aber ansonsten konnte ich nichts auffälliges feststellen. Gegen 6 Uhr kam am Bolzplatz ein LKW mit Absperrbarken angefahren, blieb einige Minuten unter der Bahnbrücke stehen, fuhr dann einmal um den Block, um wenige Minuten später in den Rosensteinpark hineinzufahren. Die Barken wurden von einem Arbeiter abgeladen. Zu dieser Zeit waren circa 10 Parkschützer vor Ort. Als der Arbeiter bemerkte, dass seine Barken immer wieder umfielen, telefonierte er mit seinem Vorgesetzten und mit der Polizei. Zehn Minuten später kamen Kollegen von dem Bauarbeiter und stellten weiter Baken auf. Es kam teilweise zu Rangeleien, weil die Barken genau dort hingestellt werden sollten, wo einige von uns standen.

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Weitere 10 Minuten später gegen 6:40 kam dann das Großaufgebot der Polizei. Inzwischen waren 20 bis 30 Parkschützer vor Ort, die Polizei kam mit etwa genauso vielen Wannen angefahren (???) Sie kamen zum Bolzplatz und umstellten und sicherten die Barken. Schließlich kam das „Antikonflikt-Team“ in den abgesperrten Bereich und forderte uns 10 Parkschützer auf, den Bereich zu verlassen. Andernfalls bekämen wir einen Platzverweis. Da sich dieser zu dieser frühen Stunde nicht rentierte und mit 10 Leuten nicht viel zu machen war, verliessen wir einer nach dem anderen den Bereich, so dass dieser gegen 7:15 geräumt war.

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Gegen 7 Uhr fuhr ein Schwerlasttransporter mit einem Baumschneider in die Ehmanstraße hinein. Da am Bolzplatz nichts mehr zu tun war, gingen wir alle nach und nach Richtung Postgebäude, da auch auf halber Strecke Bäume für die Verlegung von EnBW-Rohre gefällt werden sollen. Ein Teil der unglaublich vielen Polizei hatte diesen Bereich bereits gesichert. Auch hier wurden gegen 7:45 Absperrbarken angefahren und aufgestellt. Inzwischen waren es vielleicht 40 Parkschützer vor Ort, wobei die ersten auch schon wieder gehen mussten. Ich musste gegen 8:30 gegangen.

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Aus Twitter konnte man erfahren, dass sich gegen 9:30 der Bagger, der sich auf dem Postgelände befand, in Bewegung setzte. 10 Parkschützer setzten sich dem Bagger in den Weg. Die Blockierer wurden geräumt. Der Baumfällbagger hat gegen 9:45 am Bolzplatz damit begonnen, die Bäume zu fällen und wird danach zur Ehmannstraße kommen. Bäume werden gefällt, und das in dieser Situation!! Kein Einspruch von den Grünen, kein Zucken von irgendwem – außer von 40 tapferen Parkschützern.

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Zwei Dinge geben mir zu denken:

  • Nils Schmid hat am Donnerstag den Gestattungsvertrag unterzeichnet, obwohl die Finanzierung von Stuttgart21 noch immer nicht gesichert ist. Dieses Verhalten ist in meinen Augen skandalös.
  • Die Polizei ist heute mit einem riesigen Aufgebot angefahren gekommen. Die Strategie der lähmenden Übermacht geht offensichtlich auf – wobei man bei 40 Parkschützern nicht fünfmal soviele Polizisten gebraucht hätte.

Mein großer Dank gilt heute allen, die sich im Morgengrauen in den Rosensteinpark aufgemacht haben, Flagge gezeigt haben und sich den Arbeiten in den Weg stellten.

Oben bleiben!

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8 Antworten zu Der Morgen im Rosensteinpark am 25.02.2013

  1. Kloppo schreibt:

    viel eher würde mir zu denken geben, warum nur 40 leute da waren? i

  2. Pingback: Stuttgart 21: Rodungen im Rosensteinpark am 25.02.13

  3. Leselotte schreibt:

    Danke, Zwuckelmann!
    Dranbleibige Grüße von der Höri

  4. horstosius schreibt:

    Wunderbar Zwuckelmann und Mitstreiter,
    daß Sie sich gestern morgen am Rosensteinpark versmmelt haben.
    Was ich dann gestern abend dann von Volker Lösch gehört habe, das schlägt wieder mal alle Rekorde der Nullbock-Politik in unserem Land. Es war also diesmal nicht Nils Schmid, sondern Wolfgang Schuster der so quasi als letzte Amtshandlung die weitere Zerstörung „seiner“ Stadt in Form von Baumfällaktionen gestattet hat.(Städtisches Grundstück)
    Wahrscheinlich schon in einem Trancezustand, wegen der ihm kurz darauf übertragenen Professur(e.h.?) durch Richtlinienkompetenzhalter MP Kretschmann.
    Filz, ich dachte der würde aufgedröselt.

  5. ihr werter Guller schreibt:

  6. Arnold schreibt:

    Die Erfahrung zeigt, dass diese Baumfällarbeiten auch mit wesentlich mehr Blockierern nicht zu stoppen sind. Ich muss zugeben, dass ich selbst diesbezüglich schon resigniert habe und so geht es sicher vielen. Insofern sind 40 Blockierer beachtlich und dass die Bahn die Arbeiten nur unter erheblichem Polizeischutz durchführen konnte, ist ein beachtlicher Erfolg.
    Es wird bald auch der Mehrheit der Bevölkerung klar sein, dass auch diese Bäume völlig sinnlos gefällt wurden. Ich hoffe dann wird die Aktion der CDU auf die Füsse fallen. Wir können jetzt in Internetforen oder mit Leserbriefen auf die Sinnlosigkeit der Baumfällungen hinweisen.

  7. Bosch schreibt:

    Es geht voran. Der Bahnhof wird gebaut

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