Ach, Linke, Du und Dein Ehren-Parkschützer

Es ist nichts dagegen zu sagen, dass man sein ehrenamtliches Engagement und Kontakte, die sich daraus ergeben, dazu nutzt, eine feste Anstellung zu bekommen. So geschehen im Falle von Matthias von Herrmann, seines Zeichens selbsterklärter Pressesprecher der Parkschützer (obwohl er eigentlich Pressesprecher der „Aktiven Parkschützer“ ist, einer einzelnen kleineren Bezugsgruppe in der Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21), und nun von der Presse verklärter „Kopf der Protestbewegung“ und gar „Ehren-Parkschützer“. Zweifellos hat von Herrmann einen guten Job gemacht, für die Bürgerbewegung, die mit ihren 282 Montagsdemos nicht dort stünde, wo sie steht, aber offenbar auch für sich, denn auch er wäre nun nicht dort gelandet, wo er eben nun gelandet ist: Pressesprecher der Partei Die Linke Baden-Württemberg.

Diese Personalie ist pikant und hat durchaus ein Geschmäckle. Schon von frühesten Tagen an war die Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 auch eine parteipolitisch abhängige Bewegung. Die Gremien, die die Bürgerbewegung nach außen vertreten, waren immer auch nicht bloß mit Parteimitgliedern, sondern immer schon mit Parteifunktionären vor allem der Grünen und der Linken besetzt. Die Glaubwürdigkeit der Bürgerbewegung war durch diese parteipolitische Eingebundenheit auch immer schon gefährdet, denn oft ist nicht klar zu erkennen, zu welchem Nutzen die Aktivitäten der parteipolitisch besetzten Gremien der Bürgerbewegung sind. So könnte man sich ganz aktuell durchaus ketzerisch fragen, ob Matthias von Herrmanns Grundsatzrede von der 282. Montagsdemo, in der er den großen Bogen von Stuttgart 21 über Feinstaub und Obdachlosigkeit bis hin zur sozialen Gerechtigkeit spannte, nicht viel eher eine Antrittsrede für seinen neuen Job oder gar eine Wahlkampfrede für seinen zukünftigen Arbeitgeber gewesen ist als eine persönliche Rede aus und für die Bürgerbewegung. Und wie steht es mit seinen Reden davor? Die Grenzen sind fließend – das genau ist das Problem.

Auch wenn diese Abhängigkeit immer wieder geleugnet wird, ist die Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 doch voll eingebunden in die wahltaktischen und politischen Strategien und Machtspielchen der sie unterstützenden Parteien. Die Bürgerbewegung ist ein Spielball und auch ein Personalpool der Parteien – was gerade wieder an der Personalie Matthias von Herrmann deutlich wird. Diese Vermischung schadet. Sie schadet nicht nur der Bürgerbewegung, sondern auch der Partei Die Linke.

Die Bürgerbewegung verliert mit Matthias von Herrmann ein wichtiges Gesicht in der Öffentlichkeit – auch wenn er innerhalb der Bürgerbewegung polarisierte und nicht unumstritten war. Er wird nicht mehr auf der Montagsdemo reden können, er wird nicht mehr für die Bürgerbewegung als „Pressesprecher“ auftreten können, ohne dass sein Auftritt zu einer Wahlkampfveranstaltung der Linken wird. Durch die jahrelange Konzentration auf die Person Matthias von Herrmanns gibt es nun auch keine andere Person, die seine Funktion in der Bürgerbewegung lückenlos fortführen könnte. Diese Lücke aus sich heraus zu füllen, wird für die Bürgerbewegung eine sehr große und gewiss langwierige Herausforderung.

Die Linke hat nun einen Pressesprecher engagiert, der immer auf das Thema Stuttgart 21 reduziert werden wird. Bei dieser Personalentscheidung standen rein wahltaktische Gründe im Vordergrund. Der Stuttgart 21-Gegner von Herrmann soll genauso wie Hannes Rockenbauch, der für die Linken kandidiert, gerade in den Stuttgarter Wahlkreisen der Linken viele Stimmen bescheren. Fragwürdig ist der Vorgang gerade für eine Partei, die nicht nur vieles anders, sondern auch vieles besser machen will. Man könnte nämlich den Eindruck gewinnen, dass die Linke die Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 bewusst für die eigenen Zwecke und in einer doch eher instinktlosen und rein machtgetriebenen Art instrumentalisiert und die Schwächung der Bürgerbewegung billigend in Kauf nimmt. Diese Möglichkeit stellt die Glaubwürdigkeit der Linken so kurz vor der Landtagswahl doch eigentümlich in Frage. Wenn die Partei hier schon offenbar nichts anders macht, als die anderen Parteien, wie wird es dann sein, wenn sie erst im Landtag sitzt oder gar Regierungsverantwortung übernimmt? Könnte man sich fragen.

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17 Antworten zu Ach, Linke, Du und Dein Ehren-Parkschützer

  1. demoschlampe schreibt:

    es gibt sehr viel zu sagen.er ist kein ehrenamtlicher sprechererwar beim bündniss sprecher und hat sich selbsternannt als pressesprecher.
    herr von hermann ist ein eingebildeter junger michreis-bubi in meinen augen und arogannt mit dazu
    demoschlampe

  2. Dirk Ritter schreibt:

    [ grummel ]
    Lücke füllen? Welche Lücke? Es war von Anfang an ein absolutes Unding, daß es da einen gab, der meinte, für alle sprechen zu können. Pressesprecher ist in etwa das Gegenteil von Bürgerbewegung. Pressesprecher passt zu hirarchisch organisierten Firmen, mit einigen Klimmzügen noch zu demokratisch formal organisierten Parteien, aber keinesfalls zum Thema einer bunten, inhomogenen und teils etwas chaotischen Bürgerbewegung. Da sollte sich die Presse schon die Mühe machen und sich auf Meinungsvielfalt einlassen, satt eine billige, wohlfeile, vorgefertigte Mogelpackung dankbar anzunehmen – oder wurde jemals auf Demos oder Kundgebungen mit allen abgestimmt, was der Pressesprecher der Presse verkünden soll? Ich kann mich jedenfalls nicht entsinnen, je auch nur nach meiner Meinung gefragt worden zu sein. Woran ich mich erinnere ist vielmehr schiere Ignoranz.

  3. johanna schreibt:

    Ich hab vor längerem eine bekannte weibliche Person der Linken gefragt, ob, wenn sie an der Regierung wären, auch aus Wahlsversprechen zum Großteil Wahlversprecher werden, Die Antwort war; Wir sind ja nicht an der Regierung. Damit ist alles gesagt.

  4. horstosius schreibt:

    …..mal alle Polemik beiseite, ohne von Herrmann gäbe es weder eine 250, geschweige 283 Montagsdemo. Wäre das ein Ziel der Bürgerbewegung gewesen?

    • Dirk Ritter schreibt:

      Ich halte die kostenintensiven Kundgebungen mit Bespaßungsprogramm in der Tat für verzichtbar. Allzu oft waren sie lediglich eine Plattform für Selbstdarsteller, für Politiker und deren Wahlkampfthemen und für Fachthemen, die eigentlich eher Probleme der Projektbefürworter lösen, statt Wege aufzuzeigen, das Projekt zu stoppen.
      Ich kenne zudem genügend Leute, die genau deshalb die Montagsevents seit geraumer Zeit meiden, weil sie davon irgendwann genug hatten. Die hat man dann eher wieder bei den Latschdemos gesehen – also bei selbst organisierten Demos, die dann prompt diffamiert und in den Dreck gezogen wurden. Ohne MvH gäbe es möglicherweise diese teils überaus merkwürdigen Montagskundgebungen als Plattform für Politiker und Selbstdarsteller nicht mehr, aber daß ohne MvH niemand mehr zu Demos auf die Straße gehen würde halte ich dann doch für – je nun – etwas arg realitätsfern. Die Latschdemos haben oft genug das Gegenteil bewiesen.

    • Dirk Ritter schreibt:

      So nebenbei noch: Die Kundgebung (Bühne aufbauen, Rahmenprogramm zur Auflockerung des Rednermarathons organisieren usw.) ist nur für Selbstdarsteller das Ziel und unverzichtbar. Für eine Bürgerbewegung hingegen ist es eher der Weg ein Projekt wie Stuttgart 21 zu stoppen und im Zweifel sind Kundgebungen auf diesem Weg verzichtbar.
      Demonstrationen hingegen (Plakate malen und ab auf die Straße damit) sind unverzichtbar, weshalb ich u.A. Zweifel habe, ob es die Demonstranten denn überhaupt interessiert, daß es auch eine Kundgebung gibt. Um als Bürger Aufmerksamkeit für mein Anliegen zu bekommen benötige ich keine Kundgebung. Schon gar nicht eine, die weit ab vom Stein des Anstoßes und damit ohne anhand des Orts erkennbaren thematischen Bezug stattfindet.

  5. Bürger auf der Straße schreibt:

    Schön, wenn sich jemand Gedanken macht und seine Meinung darstellt. Es wird immer ein pro und kontra bei Personalien geben, je nach eigenem Standpunkt. Es gab Zeiten, da war jeder glücklich darüber, dass jemand anders- und dazu zählte auch MvH bis heute- sich einer Aufgabe annahm. Ob es allerdings taktisch klug ist, für ihn, für die Bewegung, für die Linken und für wen auch immer im Hintergrund, wird sich erst rückblickend zeigen können.
    Versuch macht kluch.
    Das ganze Leben ist Versuch. Erfahrungen bereichern es, auch wenn man nicht immer einverstanden sein kann.
    Grüße aus dem Parkschützerland.
    BadS

  6. Kornelia schreibt:

    ich teile meine Antwort in Verschiedenes auf

    1. PP (privat Person) : zuerst mal herzlichen Glückwunsch MvH zum neuen Job und viel
    Erfolg zum neuen Lebensweg. Viel Spass!
    Wir können seit Jahrhunderten erleben: Bürgerbewegungen schaffen und ermöglichen Arbeitsplätze, auch die Stuttgarter Bürgerbewegung hat viele viele Arbeitsplätze ermöglicht 🙂

    2.ÖP1 (öffentliche Person): Du hast ab einem Zeitpunkt 2010 gesagt: ich kann, ich mach… super! auch wenn die Presse seit ca 30 Jahren auf dem absteigenden Ast ist, muss und will sie irgendwie „bedient“ werden. Das hast du früh erkannt. danke

    3.ÖP2: ich bin auch auf die Strasse gegangen WEIL das System21 zum Himmel stinkt, weil viele ihre Position, die sie dem Volk direkt oder indirekt verdanken, missbrauchen und sich selber Macht, absolute Macht anreichern…. sich selber als Gott-gegeben „ansehen“……
    und genau hier haben auch alle „Köpfe der Bewegung“ den Punkt nicht mehr wahrgenommen wo aus dem „machen macht“ ein „machen macht Macht“ entsteht!
    Du hast das Amt komplett auf Dich „abgeschnitten“ (im wahrsten Sinne des Wortes“) und du hast -wie andere- an der intransparenten selbstermächtigenden Filzokratie und Ämterhäufung teilgenommen.
    Aus: „zum Wohle“ ist eine erpresserische „nur ich weiss wie es geht, ihr braucht mich“ geworden. allmächtig gehst du vom ewig leben aus, mit dem Effekt: niemand ist in der Lage „Deine“ Position ad hoc zu übernehmen! erschrecken destruktiv!

    4. ÖP3: Du -und auch schon andere vor dir- masst dir an was wir bei anderen kritisieren: auf mehreren Hochzeiten tanzen! Drexlersimus-Krankheit! Du repräsentierst ab jetzt eine Partei und willst gleichzeitig eine Bewegung repräsentieren?!
    Damit nimmst du mich in Zwang!
    Wenn ich die Linke nicht gut finde, meide ich dann die Bewegung?
    (auch öffentlichkeitswirksam ist das ein Desaster!)
    Du bist mit der Bewegung groß geworden…hättest du nicht zuerst die Bewegung „fragen“ müssen? wenigstens mal darüber nachdenken?!!

    5.ÖP4: ich war mal mit dabei als mehrere versucht haben das Presseamt auf mehreren Schultern zu verladen und damit auch in den Aussenwirkung zu verbreitern und damit auch
    a) die Themenvielfalt besser abzubilden,
    b) den führer-kopf-los- Chaos hinterlassen Teil abzufedern (wenn CDU merkel wegstirbt haben die ein Problem, wenn Kretschi aus den Latschen kippt die Grünen auch!)
    c) eine einem Widerstand entsprechenden zukunftsorientierten sozialen und politischen Bürgerbewegung breite starke innovative, die abgehalfterte medienlandschaft entgegentretenden Öffentlichkeit aufzubauen….
    d) Öffentlichkeitsarbeit ist immer ein „mit dem System“ aber auch ganz massiv für und mit ein „mit der eigenen „wahlfamilie“ agierendes Amt!!
    Aussendienst/Innendienst….der InnenDIENST ist eine Katastrophe! hier HERRscht: wer nicht für mich ist gegen mich, alle mir nach, wenn IHR was wollt müsst IHR holen!! typische deutsche Dienstleitungs-Unkultur!)
    Doch dieser Versuch wurde niedergemacht!

  7. Kornelia schreibt:

    weiter…
    Ich bin 2010 in den Regen, in die Kälte, in die Öffewntlichkeit gegangen weil ICH in NOT war und bin. ICH sehe wie seit Jahren der Karren immer mehr gen Abgrund gedrückt wird und die, die „Verantwortung HIER“ geschrien haben, KEINE Verantwortung einnehmen: (wie gerade die Polizei auslebt: große Klappe wenn sie im Warmen stehen und feige wenn es darauf ankommt!)
    Ich hatte und habe die Schnauze voll von Anmassung, von Arroganz, Überheblichkeit, von Menschenverachtung, von Instrumentalisierung, von Zwangssolidatisierungen, von „miteinander ins Bett gehen“, von was gehen mich die anderen an, ….
    am 30.09. sagte ein mainzer Polizist ich solle doch nach Hause gehen….ich sagte daraufhin: ich sei in Not, es würde soviel falsch laufen, ich müsse JETZT aufstehen! das hat der verstanden.

    Ich wurde und werde nur noch als Stimmvieh, als graue Benutzermasse, als Hintergrund „beachtet“ oder als „WUTprojektionsfläche“ der Entscheidungsträger!…. beim Staat, bei Behörden, bei Parteien, bei Medien, ……

    das Projekt Stuttgart21 ist für mich die Klagemauer, hier kann ich verdammt vieles verdeutlichen, was in diesem Land, in Europa, im Westen granatenmässig falsch läuft!!
    Ob es die mit Gewalt geführten Enteignungen von volkseigentum sind, ob es die rückwärtsgewandte Mobilitätsentscheidungen, ob es die neofeudalen macht-elitisierungen, ob es die meschen- und lebensverachtenden Zerstörungen von Lebendgrundlagen sind……
    meine Gründe gegen das Projekt zu sein sind immer mehr und mehr und mehr geworden,
    (unsere Öffentlichkeitsarbeit hat aber offensichtlich nur „schwanzus longus“ Argumente: mehr/weniger Gleise, meins besser als deins, ich bin der tollste!
    Seit dem Faktencheck habe sich die Argumente in die Einbahnstrasse führen lassen….. und damit viele Leute ausgegrenzt: das gehört nicht zu Stuttgart21 ist wie DU gehörst hier nicht hin!)

    ICH habe Zeit, Geld und Gehirnschmalz aufgewendet weil ich den unsäglichen Treiben lange zugesehen hatte und JETZT anders wollte!
    aber seit dem Faktencheck auch bei der Bewegung: je nach Gebrauch benutzt, beschmutzt, …

    Seit 2010 glaub ich es gibt ein Feudal-Schläfer-Gen, welches ab 5 mal auf der Bühne oder bestimmte Position aufwacht… und plötzlich sind Menschen nicht mehr Menschen sondern Füll- und graue Verfügungsmasse, die wie ein Hündchen anspringen sollen!
    Meine Versuche die Instrumentalisierung seitens der eigenen Führer abzuwenden schlugen ALLE fehl!
    also hiess es: Mitläuferin oder zu Hause bleiben!

  8. Kornelia schreibt:

    Bürgerbewegung:
    was ist eine Bürgerbewegung? diese Frage hat zu selten im Raum gestanden!!
    Spontan waren „wir“ eine soziale und politische Bürgerbewegung. Aus viele Ecken kamen Menschen und traten FÜR etwas ein!
    Bürgerbewegung ist m.E. kein einmal flash a la Campact, kein Action-von oben- a la Greenpeace.
    Bürgerbewegung, sind lange dauernde „Aufstande“ von Menschen, die andere Wege gehen wollen! Bis heute sind sie ein Phänomen (von Politikern, Wissenschaftlern gerne runter-geredet)
    denn da treffen PLÖTZLICH und UNVERMUTET entgegen jeder Vorhersage wildfremde Menschen aufeinander und stehen solidarisch/gemeinsam/ökonomisch/kulturell/politisch FÜR etwas ein!
    DAS schockt die Sesselfurzer, DAS macht sie kirre! wenn das gelenkte Schafsvolk plötzlich anders trabt!
    DAS hat auch Merkel und co auf den Plan gerufen! wenn plötzlich das zur Minderheit degradierte (mehrheits)Volk massiv auftritt, dann kriegen die Mächtigen Muffensausen (doch nicht weil ein jurist andere Rechtsauslegungen hat oder ein Ingenieur/Architekt andere Datenauswertungen vorlegt)
    warum hat sich merkel so gar nicht für BER interessiert? dafür aber voll für das 800km entfernte Stuttgart? meine These: die hatten Angst dass Stuttgart zum Bürgerbewegungsflächenbrand wird!

    wie ich schon Hannes sagte: die Oben brauchen die Unten (wo sollten sie auch sonst drauf stehen?) wenn dann aber die Unten wackeln wackeln ja auch sie (wie CDU und Mappus erleben musste)
    die Unten brauchen aber oft die Oben gar nicht! (deswegen müssen sie ja ihre Legitimation permanent mit Gewalt „erobern“)

    eine Bürgerbewegung besteht IMMER aus Vielfalt, aus einem kunterbunten Zusammengewürfelten „irgendwie“ Ganzen. Man steht zusammen obwohl man oft im Einzelnen ziemlich weit auseinander denkt! Aber hier findet „plötzlich“ Toleranz, Akzeptanz und „leben lassen“ statt!
    Bürgerbewegungen brauchen offenen Raum, niedrigschwelliges Zusammentreffen-können, keine eitele Gockel, ein neugierig aufeinander, ein offen-sein….
    übrigens: all das was an anderer Stelle mit Milliarden Summen mühsam und oft erfolglos von oben aufgebaut werden soll und gefordert/gefördert wird (nachbarschaftssysteme, Familien!)

    Bürgerbewegungen leben von Streitkultur, von Auseinandersetzen, von Ringen um Wege und damit auch von kritischer Betrachtung, sich selbst, den Anderen und das Andere! (diese Reflektionsarbeit -ansonsten teuer beim Psychologen bezahlt- ensteht im Dialog auf der Strasse!)

    Und gerade diese Mischung aus Streitkultur und „Zusammen sind wir stark“ macht sie oft zu einer „erotischen Bewegung“, Lachen, witzeln, Du-zen, beisammen sein….. macht Lust! auf mehr!

    da alles auf der Strasse stattfindet finden hier oft die ur-demokratischen Prozesse statt: Liberté, égalité, fraternité…… spontan aus dem Bauch heraus, ohne Anleiter, ohne Führer, ohne LpB Bilder/Leerer!
    Das mag die Obrigkeit natürlich nicht! Gerade westl. Demokratien setzen auf den Erlerschen Beleerungsmodus!

    Bürgerbewegungen tun den selbsternannten Eliten (Minderheiten) weh! Denn durch ihr öffentliches Dasein hinterfragen sie die Expertentümelei, die Geldver(sch)wendungen, die Macht und die Mehrheitsverhältnisse!!
    (die Unties sind wieder mehr denn je die Mehrheit!)
    Bürgerbewegungen haben flache Hierachien und sichtbare AnsprechPARTNER!
    Sie leben vom Dialog, vom miteinander von Aug zu Aug!

    Ab der Einbahnstrassenderisierung ist aus Vielfalt burschenschaft-ähnliche Vereinsmeier
    geworden, aus lebendigen, unser aller Leben begründetem Chaos ist Ordnung geworden!

    Die Bewegung hat grenpeace und campact Strukturen aufgebaut…..
    nur DAS sind und waren „wir“ nie!
    und Wissen ist Macht, DAS und das sag ich DIR nicht, hier sind die VIPs da nur ihr, etc pp
    hat die machtvolle Vielfalt in Einfalt zerfallen lassen!

  9. Kornelia schreibt:

    die Parteien und
    die Linke
    die Parteien sind in einem erschreckendem Zustand… über 20 Jahre Politikerverdrossenheit und die Anwort der Parteien, sich
    a) immer mehr Aufwandsentschädigungen und sogenannte Diäten sichern
    b) die Ämter selber zu dikreditieren indem man tausend „Nebenjobs“ annimmt
    und von mir Rücksicht, Respekt und Verständnis mit Gewalt abfordert!
    dringend notwendige Reformen finden nur bei den Schwachen/Gebeutelten statt (seht wir tun was) aber bei sich selber spielen sie Mimosen! nach unten treten nach oben schleimen ist das Credo der Parteien geworden!

    Viele WählerInnen wählen nicht mehr, haben gar nichts mehr zu wählen….. sie versuchen nur den gerade dran-Seienden Üblen abzuwählen!!
    Es wird keine Zukunft gewählt, sondern das Gestern weggeschafft!

    die Grünen waren aus Sicht von vielen WählerInnen langfristig kein Neubeginn, kein Anders sondern eine bodenlose Enttäuschung! mit Grün im Krieg, mit Grün Prekariats-Verachter, mit Grün lebens- und demokratie gefährliche Hohlschwätzer!

    Warum sollte nun die Linke besser sein?

    die Linke hat sich nicht vom Zusammenbruch des Osten „erholt“, d.h. sie hat soweit ich das mitbekommen habe keine knallharte Auseinandersetzung geführt: was war gut, was nicht! wo stehen wir? was wollen wir? was sind unser erreichbaren Visionen?
    die Linke ist unglaublich lust- und humorfeindlich! siehe unten

    die mitregierenden Linken wo standen sie? Gysi in Berlin!!

    in BW habe ich den Eindruck man rechnet sich Chance aus, in die ReGIERung zu kommen, und passt sich schon mal marktkonform an!
    soll ich links wählen weil Hannes und MvH drin sind? weil ich fassadenartig eine Alternative zu CDU,SPD,FDP.GRÜN brauchen…. ohne Inhalt aber neue Farbe?

    während die für heute links stehenden im vor-vor-letzten Jahrhundert FÜR eine Zukunft eintraten stehen sie mittlerweile nur noch für ein: die sind doof, wählt lieber uns!

    (http://www.magazin-auswege.de/data/2015/07/Eisenberg_Wider_die_Unterernaehrung_der_sozialistischen_Phantasie.pdf
    Götz Eisenberg
    Wider die Unterernährung der sozialistischen Phantasie
    Kältestrom und Wärmestrom
    Ernst Bloch hat in seinem Buch „Erbschaft dieser Zeit“ der Weimarer Linken, vor allem den Kommunisten, den Vorwurf einer „utopischen Unterernährung der sozialistischen Phantasie“ gemacht. Die Linke habe allzu vieles dem Feind überlassen, dem der Missbrauch dieser Themen leichtgemacht wurde, „weil die echten Revolutionäre hier nicht Wache gestanden haben.“ Die linke Propaganda sei vielfach kalt, schulmeisterlich und ökonomistisch gewesen. Während die Rechten in Bildern und Metaphern schwelgten, die in die Phantasie der Menschen griffen, langweilten die Linken die Menschen mit dem sturen Ableiern von ökonomistischen Parolen: „Nazis sprechen betrügend, aber zu Menschen, die Kommunisten völlig wahr, aber nur von Sachen. Die Kommunisten strapazieren oft gleichfalls Schlagworte, aber viele, aus denen der Alkohol längst heraus ist und nur Schema drinnen. Oder sie bringen ihre richtigen Zahlen, Prüfungen, Buchungen denen, die den ganzen Tag über mit nichts als
    Zahlen, Buchungen, Büro und Trockenarbeit verödet werden, also der gesamten ‚Wirtschaft‘ subjektiv überdrüssig sind.“ Die auf die Entlarvung ökonomischer Widersprüche fixierte Linke geriet in den Bann des „Kältestroms“, der von der kapitalistischen Ökonomie ausgeht, und vernachlässigte den „Wärmestrom“, der das ist, was in die Phantasie greift und die Menschen berührt und antreibt. Der Triumph des Nationalsozialismus resultierte in Blochs Wahrnehmung auch aus der Unfähigkeit der sozialistischen und kommunistischen Linken, die unglücklichen, hungrigen – hungrig vor allem auch nach Sinn! -, ohne Ziel umherirrenden Menschen satt zu machen: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, besonders wenn er keines hat.“)

  10. Kornelia schreibt:

    Resumee:
    wenn ich die letzte Rede von MvH auf der Demo durchlese…. dann war das eine linke Parteierklärung!
    schon 2010 habe ich den Linken und der MLPD immer geraten sich zurückzunehmen…..
    eine „Übernahme“ der Bewegung schadet der Bewegung UND der Partei!
    ich reagiere mit Abwehr wenn man mich instrumentalisiert!

    eine Bewegung sollte sich ein grundgesetz geben
    u.a. sollte darin verankert sein, dass sie gegen Menschenverachtung, gegen Diskriminierung von Minderheiten, gegen Sexismus ist aber auch jedwede einvernahme seitens von Parteien, Institutionen (BUND-SPD-Dahlbender redet plötzlich wieder oben) ist!
    Parteien sind auf Wahlen, Zeitrahmen und Gewinn-Zielen fokussiert
    Institutionen wollen Führer, Hierachien, kurzfristige vorzeigbare Erfolge!

    Bürgerbewegungen wollen „ihr Leid“ loswerden und langfristig Veränderungen bewegen!

    deswegen sag ich immer Parteien, Institutionen, Vereine, Firmen sind männlich geprägt
    Bürgerbewegungen sind weiblich ausgerichtet: weniger Prellbock mehr aus allen Ritzen spriessen!

    ergo:
    Übergebe deine vielen K21 Ämter an jemanden anders, MvH.
    und endlich: macht mal die ganzen „Teams“ offen und transparent: wer mit wem und so weiter und sofort!
    Raus aus der ersten Reihe mit Institutionen, Parteien, Vereinen!
    mitmachen ja, dominieren nein!
    Bürgerbewegung braucht eine vielfalt-Presse, ein VielfaltMeinungssprektrum, solidarität, zusammensstehen.
    Bürgerbewegung braucht evtl. fürs Gemeinwohl besorgte Führung aber auf keine Fall Führer!
    temporäre: ich sehe, ich mache Leute, die auch zurück“treten“ können damit es dem Ganzen dient!

  11. Kornelia schreibt:

    vor eine paar Monaten sagte Harry Belafonte in einem Interview: die Bürgerbewegung „black People“ sei wichtig toll und notwendig gewesen, ihr Fehler sei es aber gewesen, nicht dafür Sorge zu tragen dass der Stab an die nächste Generation, an den Nächsten übergeben worden sei!

    diesen Fehler haben die 68 gemacht, dieser Fehler wird immer wieder gemacht!
    ausgehend vom ewigen Leben denken Leute viel zu selten an den Aufbau von Nachfolgern!
    Die Ämterpatronage, die intransparente Ämterführung ist in Bürgerbewegungen tödlich!

    auch andere S21Führer und S21Gruppierungen verdrängen: sie sind nur wegen und mit Hilfe der Bewegung gross geworden!
    es gäbe keinen Kontext, keinen ZuckelmannBlog, kein Umkehrbar eV., umkehrbar hätte nur das Mitgliedsgeld, kein Demoteam, keine Mahnwache,etc pp
    (genau wie Parteien/Parlamente/Zeitungen/Kirchen/LpB/VHS/ etc pp ohne Volk überflüssig sind!)

    Warum vergessen Obies gern ihre Herkunft? es sei denn sie ist vom Geld-Adel?

    Obama hat seinen Aufstieg den vielen 5 dollar gebenden Unties zu verdanken, kaum war er an der Macht „zack“ hat er nur noch den Macht-Eliten bedient!

  12. Pingback: Ach, Linke, Du und Dein Ehren-Parkschützer | Die Gläserne Urne

  13. Dirk Ritter schreibt:

    Weils gerade mal wieder passt als Ergänzung: http://www.neuesforum.de/texte/tazbeilage2803.pdf

    Etwas älterer Text des NEUEN FORUM (ex-DDR Bürgerbewegung), aber gerade deswegen lesenswert. Auch und gerade in diesem Kontext.

  14. Pingback: Wuterstarrt am Bahnhof?, Matthias von Hermann, S21-Stotterei, Kirchberg Geld nicht wert | : Werners Newsletter

  15. demoschlampe schreibt:

    man hatte wieder mal das vergnügen M.vH sprechen zu höhren. da in der zwischenzeit der grosse anschlag von paris war und M.v.H nicht eine silbe zum anschlag zusprechen geschweige eine gedenk-minute für die opfer zu machen.
    auch beantwortet er keine fragen per e-mail nur wenn sich die presse oder das fernsehn meldet dann gibt es eine antwort.
    so viel arroganz muss man erst mal haben.
    auch gehöhrt er ja zum demoteam und da ist es so wenn jemand reden will muss er seine rede einreichen und dann wird erst mal gestrichen was nicht gefällt.
    da frage ich mich wie ist es bei carola eckstein muss die auch ihre rede einreichen ?
    da ja frau eckstein im deoteam ist wohl kaum.
    wie kommt es das die 300.modemo am bahnhof abgehalten wird es geht plötzlich.
    ja da gehöhren die demos hin.
    warum nicht immer am motags am bahnhof?
    das demoteam entscheidet welche redner es gibt und wo die demos statt finden.
    und demonstrant muss nur zu höhren und los latschen.
    nun kann sich ein herr renkenberger mal wieder auf regen über mein geschreibe und auch umkehrbar ev die wollen ja nicht das ich schreibe.
    ja herr renkenberger es ist halt nicht leicht wenn man aus dem schuldienst entlassen worden ist.
    demoschlampe

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