29.01.2011 #s21 1. Teatime-Blockade mit WaWe an der CDU-Zentrale – Der Widerstand lebt!

Über 40.000 Demonstranten haben heute die Stuttgarter Innenstadt überrant! Als ich um 13:50 zum Bahnhof kam, war ich etws enttäuscht, denn es waren so wenig Leute erst da. Ich weiß nicht, wo die dann alle hergekommen sind, aber um kurz nach 14 Uhr war der gesamte Klettplatz ein einziges Menschenmeer! Großartig, dass wir sooooo viele waren!

Nach wirklich guten Reden ging der Zug an der Staatsgalerie vorbei zum Landtag. Die Polizei hatte versucht, nur die Fahrspuren an der Seite der Staatsgalerie für die Demonstranten frei zu halten und hatte die andere Spur auf der Seite des Landtags mit zwei Bussen gesperrt. Ich frage mich, wie dilletantisch man sein kann – natürlich dauerte es nicht lange, und die Polizei war schlicht überrannt von den Menschenmassen! Eine junge Polizisten versuchte verzweifelt, mit ausgebreiteten Armen die Menge zu stoppen, gab dann aber schnell auf. So war die gesamte Hauptstätter Straße von den Demonstranten belebt, was verständlicherweise die Autofahrer ärgerte, die wegen der Unfähigkeit der Polizei in die Großdemo geraten waren und nicht voran kamen

An der CDU-Zentrale gab es dann eine Blockade – und ich wundere mich, warum ich dort so viele bekannte Gesichter von den Frühstücksblockaden gesehen habe! Liebe Berufsblockiererkollegen, habt ihr nichts besseres zu tun, als immer und ständig, wo sich die Gelegenheit bietet, zu blockieren?? 😉 Die Heuss-Straße war zumindest jetzt auch zu, weil die Menge ihrem Unmut vor der CDU-Zentrale Luft machen musste. Dann ging es über die Theo Heuss zurück zum Bahnhof, wo gerade die nächste Demo startete, diesmal von Schülern gegen die Bildungsblockade der Regierung.

Großartig war der Wasserwerfer auf der Demo! Ganz unglaublich und super kreativ! Vielen Dank denjenigen, die das organisiert haben!!!

Schön ist auch die Aktion mit den Vogelhäuschen! Die Bäume am Nordflügel sind nun wunderschön mit lauter kreativen Vogelhäusern behängt!

Und eine letzte Anmerkung: Natürlich gab es den obligatorischen Krankenwagen, der durch die Demoroute fahren musste, und außerdem stand über der Kundgebung sicher 10 Minuten ein Hubschrauber. Toll war, wie plötzlich alle anfingen, dem Hubschrauber zu winken. Was der nun genau wollte und ob tatsächlich Frau Merkel darin saß, weiß ich leider nicht – es ist nur bezeichnend, dass man nun auch noch versucht, die Demos aus der Luft zu stören.

Es hat sich aber überdeutlich gezeigt: Der Widerstand lebt! Oben bleiben!

 

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14 Antworten zu 29.01.2011 #s21 1. Teatime-Blockade mit WaWe an der CDU-Zentrale – Der Widerstand lebt!

  1. Fragender schreibt:

    Nur mal eine Frage, gegen was wird da konkret Demonstriert? Mappus weg sagen viele, aber welche konkreten sachlichen Kritikpunkte an S21 gibt es eigentlich noch nach der Schlichtung? Die Verwendung der freiwerdenden Flächen ist gut gelöst, Bäume werden verpflanzt, es wird sichergestellt, dass die Kapazität ausreicht.

  2. sturclub schreibt:

    @fragender: wer solche fragen stellt ist kein fragender.

  3. Fragender schreibt:

    Ob Fragender oder nicht, die Frage wofür er demonstriert müsste ja jeder Demo Teilnehmer leicht beantworten können. Wenn man die CDU Antipathien vor der Wahl mal beiseite lässt, was sind die verbliebenen sachlichen Kritikpunkte nach der Schlichtung?

  4. Zwuckelmann schreibt:

    @Fragender: Sachliche Kritikpunkte an der „Schlichtung“ gibt es viele – der wohl bedeutendste ist, dass es keine Schlichtung war, sondern ein Faktencheck und dass deshalb der „Schlichterspruch“ von Heiner Geißler nicht akzeptabel ist.Für weitere Gründe darf ich Sie auf die Rede von Volker Lösch verweisen, die Sie dem Posting vor diesem entnehmen können – und meine ganz private Motivation, warum ich tue, was ich tue, hier: http://zwuckelmann.posterous.com/14012011-warum-tue-ich-das-eigentlich

  5. Fragender schreibt:

    Ob es jetzt Faktencheck oder Schlichtung ist, liefert mir noch keine Hinweise, was konkret am neuen Bahnhof die verbliebenen Probleme sind.Der 30.9. ok, aber das ist eine Frage mir keine konkreten Nachteile des Projekts erklärt.Da wird Güterverkehr erwähnt. Dafür war die Strecke ja nie geplant und auch K21 will ja die gleiche Neubaustrecke. Beides macht mehr Platz für Güterverkehr auf der alten Strecke, so what?Mineralwasserschutz? Das wurde im Faktencheck dargelegt, dass es funktioniert. Man hat ja auch die S-Bahn Tunnel erfahren, dort bleibt man auch nicht oben. Mein Vertrauen in die Ingenieurskunst ist jedenfalls ausreichend groß, ich steig ja auch in von Ingenieuren gebaute Flugzeuge.Die Erreichung der erforderlichen Kapazitäten und Nahverkehrsverbindungen ist ja Bestandteil von „S21 plus“, damit auch kein relevante Kritikpunkt mehr, oder?Bleibt als wichtigstes Argument nur die Kostenfrage?

  6. Zwuckelmann schreibt:

    Faktencheck oder Schlicht – hier ist schon ein Unterschied: Im Faktencheck schnitt das Konzept S21 nicht überzeugend ab. Dennoch hat Geißler in seinem „Schlichterspruch“ für S21 plädiert, was den Faktencheck ad absurdum führt.Nicht der Personenverkehr steigt an, sondern der Güterverkehr. S21 hilft wenn überhaupt dem Personenverkehr, nicht dem Güterverkehr, wo die Investitionen wesentlich besser aufgehoben wären.Mineralwasserschutz: Sie vertrauen den Ingenieuren, ich nicht. Es geht nicht nur um das Mineralwasser, sondern auch um das Grundwasser und den Gipskeuper. Schauen Sie sich den Engelbergtunnel an. Hier meinte man auch, die Natur beherrschen zu können – und muss nun Millionen jährlich in die Instandhaltung investieren. Der Mensch sollte nicht so hochmütig sein. Falls die Mineralwasservorkommen geschädigt werden, wird das ein Schaden sein, der nicht mehr gut zu machen ist, und das am zweitgrößten Mineralwasservorkommen Europas.Kapazitäten: Die Bahn konnte bisher nicht beweisen, dass der neue Bahnhof wirklich so viel leistungsfähiger ist, wie der bestehende. Der Streßtest, den Geißler anmahnte, wird erst Mitte des Jahres durchgeführt und wie es aussieht nicht von neutraler Stelle sondern von der Bahn selbst. Das schafft kein Vertrauen und einem selbst gemachten Gutachten ist keinerlei Glauben zu schenken.Wenn Sie sich die aktuellen Artikel in der ZEIT über die Bahn ansehen, wissen Sie, wes Kind S21 ist: einer Bahn, die nicht den Bürgern dient, sondern die auf Profit und Außenwirkung getrimmt werden muss, um an der Börse möglichst teuer zu sein. Eine solche Denkweise, das Schneller-Höher-Weiter ist absolut nicht mehr zeitgemäß. Und ich vertraue der Bahn nicht! Ich glaube nicht, dass sie all die Risiken im Griff hat, dass sie tatsächlich das beste für die Stuttgarter will. Vielmehr werden offenbar andere Prioritäten gesetzt – wie sich in diesem Winter und z.B. bei der S-Bahn Berlin deutlich zeigt.Für weitere fundierte Informationen zu S21 und K21, wo alle Argumente der Bahn für S21 widerlegt werden, finden Sie hier: http://infooffensive.de/downloadsflyer/flyer-der-infooffensive/Ich weiß nicht, ob Sie aus Stuttgart kommen, noch ob Sie Bahnfahrer sind. Ich komme aus Stuttgart und bin auf die Bahn angewiesen und liebe Bahnfahren. Stuttgart wird nicht „verbessert“ durch den neuen Bahnhof. Ganz im Gegenteil ist damit zu rechnen, dass die frei werdenden Flächen nicht wirklich bürgerfreundlich bebaut werden. Die neue Bibliothek spricht hier Bände. Und beim Bahnfahren genieße ich es, aus dem Fenster schauen zu können. Das wird immer weniger möglich. Finden Sie den Frankfurter Fernbahnhof schön? Der ist nur halb versenkt – und äußerst unfreundlich! Un schließlich: niemals hatten die Büger, nicht einmal die Stuttgarter, die Möglichkeit, über S21 abzustimmen. Die Bürgerbeteiligung, die es gab, hatte nie S21 zum Thema, sondern immer die Ausgestaltung von S21. Alle kritischen Fragen wurden abgewiesen. So kann man kein Innerstädtisches Großprojekt durchführen!

  7. Zwuckelmann schreibt:

    Und natürlich ist bei all dem die Kostenfrage eine ganz entscheidende! Aus meiner Sicht ist S21 das viele, viele Geld nicht Wert – vor allem, wo gleichzeitig kein Geld da ist für die Rheinschiene, die wesentlich höher priorisiert ist!

  8. Zwuckelmann schreibt:

    Und noch ein letztes: S21 Plus ist eigentlich der Zustand, den ein ordentlich geplantes Projekt mindestens haben sollte! S21 Plus behebt die aller größten Mängel von S21, wobei viele weitere bleiben (z.B. Tunnelsicherheit). S21 Plus macht S21 vom Grunde her kein bisschen besser, sondern nur noch teurer! – Womit wir natürlich auch wieder bei der Kostenfrage wären.

  9. Fragender schreibt:

    Ja gut, wenn Sie den Ingenieuren nicht vertrauen, wer soll dann K21 bauen? Warum fahren Sie dann überhaupt Zug?Und das mit den Kapazitäten, naja, die Bahn will ja, wie sie schon sagten, Geld verdienen. Und warum sollten die in etwas eine Menge Geld investieren, wenn es nichts nützt? Von daher hat die Bahn ja schon ein großes Eigeninteresse an einer korrekten Kapazitätsplanung.Ich bin Bahn Vielfahrer auf Fernstrecken, daher finde ich gerade den Zeitgewinn attraktiv. Und mein grünes Gewissen denkt da auch an die CO2 Einsparung durch weniger Inlandsflüge bei schnellen Bahnverbindungen.Kostenfrage ok, aber warum beschweren Sie sich als Suttgarter denn, wenn Stuttgart das Geld bekommt? Es geht ja nicht nach Hamburg, Bremen, Berlin oder anderswo hin.

  10. Zwuckelmann schreibt:

    Ich bin nur nicht so fortschrittsgläubig, dass ich Ingenieuren zutraue, jedes Risiko ausschließen zu können. K21 ist oberirdisch und damit wesentlich weniger riskant als S21.Kapazitäten: da die Versäumnisse der Bahn der Steuerzahler zahlt, während die Gewinne in internationale Investitionen gesteckt werden, braucht die Bahn m.E. nicht so genau zu rechnen, was der Nutzen von S21 ist. Außerdem bekommt die Bahn für den Bau von S21 bereits so viel geld vom Staat, dass dabei die Nützlichkeit gerne außer Acht gelassen wird. Kurzfristige Gewinne sind hier wichtiger.Ihr Argument, dass durch den Ausbau der Schiene mit Hochgeschwindigkeitszügen der Flugverkehr abnähme, lässt sich in der Realität nicht finden. Allein die Strecke Hamburg-Berlin wurde von den Fluglinien aufgegeben. Alle anderen Flugstrecken boomen wie eh und je, selbst Köln-Frankfurt. Und immer war das Argument, dass man Fluggäste auf die Schiene holen will.Wir sollten den Stuttgarter Tiefbahnhof von der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm trennen. Der Tiefbahnhof, um den es den allermeisten Demonstranten geht, bringt keinerlei Geschwindigkeitsgewinn, sondern nur Engpässe, so dass Verspätungen eher zunehmen werden. Die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm bringt eine Verkürzung der Fahrt, die früher bereits erreicht wurde, als Schiene und Material ordentlich in Stand gehalten wurden.Ich beschwere mich als Stuttgarter nicht darüber, dass hier investiert wird. Das ganz sicher nicht! Natürlich freue ich mich, wenn Geld in die Landeshauptstadt fließt – aber doch nicht um jeden Preis! Die Investition sollte schon ein mindestmaß an Sinn beinhalten! Ich glaube, dass die geplante Investition in den Tiefbahnhof Stuttgart mehr schadet als hilft. Wenn die Milliarden in die Modernisierung des Kopfbahnhofs flössen, würde in Stuttgart deswegen niemand auf die Straße gehen.

  11. Fragender schreibt:

    Milliarden für den Kopfbahnhof wären ok? Verstehe ich Sie richtig, dass das mit den Kosten also doch gar kein Problem ist, wenn sie nur richtig investiert sind?Zu den Ingenieuren: Naja man muss nicht besonders fortschrittsgläubig sein für eine 100 Jahre alte Technologie.Fluglinien Köln – Frankfurt? Das glaub ich nicht, das fährt man mit dem ICE ja in einer Stunde, da dauert das Checkin allein doppelt so lang. Auf der Strecke Paris Straßburg fliegt seit der TGV Strecke keiner mehr. Als hab ich als Klimaschützer eine klare Position.Ich denke die Bahn ist ein Wirtschaftsunternehmen und muss ganz sicher schauen, wo sie investiert. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass die Milliarden da reinstreckt, ohne eine Gewinnaussicht.Ok Trennen wir die Neubaustrecke von S21. Mal ganz realistisch betrachtet. Wann ist die denn fertig mit K21?

  12. Zwuckelmann schreibt:

    Wie gesagt: Investitionen sind grundsätzlich (auch in Milliardenhöhe) in Ordnung, aber nicht für eine schlechte Lösung, deren Leistungsfähigkeit noch nicht bewiesen ist. Private Investoren würden sich niemals auf so ein Wagnis einlassen, wie es aktuell Bund, Land und Stadt machen. Wenn die Bahn beweisen würde, dass der Bahnhof den Anforderungen, den die Bürger, die Politik und das Gesetz an ihn stellt, gerecht wird, würde der Protest ziemlich schnell abflauen! Dass heute so viel in den Kopfbahnhof investiert werden müsste, liegt aber vor allem daran, dass die Bahn den Bahnhof seit 15 Jahren verfallen lässt und nur das nötigste macht.100 Jahre Tunnelbaukunst haben noch kein Gegenmittel gegen das Quellen von Anhydrit gefunden (siehe Engelbergtunnel!) – Vertrauen hin, Vertrauen her! Und so nah an mineralwasserführende Schichten wurde in Deutschland noch nie gebaut – hier fehlen schlicht auch Erfahrungswerte.Schauen Sie in den Flugplan! Es gibt zahlreiche Flüge zwischen FRA und CGN – die würde es nicht geben, wenn die Nachfrage nicht da wäre!Lesen Sie den Wirtschaftsteil der aktuellen Zeit. Da wird klar, dass die Bahn kein echtes Wirtschaftsunternehmen ist – und die halbe Milliarde, die sie für S21 vom Bund bekommt, durchaus gut in der Bilanz vertragen kann.Ihre letzte Frage verstehe ich leider nicht. Die Neubaustrecke ist natürlich vollkommen unabhängig von S21 oder K21. Für die Neubaustrecke gibt es jedoch noch zahlreiche nicht planfestgestellte Abschnitte und das EBA hat auch aktuell noch keine Baufreigabe erteilt, weil die Finanzierung der von Bahn und Land angekündigten Mehrkosten nicht geregelt ist.

  13. Fragender schreibt:

    Ich finde es gut, dass Sie die Investition in Zukunftsprojekte befürworten. Damit ist die Finanzfrage allein ja kein Kritikpunkt mehr.Flüge von Frankfurt nach Köln scheint es nicht zu geben. Die Lufthansa bietet Air-Rail an, d.h. sie verkauft ICE Tickets weiter. Ansonsten finde ich auf gängigen Reiseportalen nur unrealistische Verbindungen von Frankfurt nach Köln über Hamburg für hunderte Euros. Es würde keinen Sinn ergeben zu fliegen, die Zugfahrt dauert eine Stunde. Wie gesagt, Straßburg Paris fliegt auch keiner mehr.Wieso meinen Sie, die Bahn bekäme Geld für S21? Sie investiert 1,469 Milliarden Euro.Meine letzte Frage war die nach einer Jahreszahl. S21 ist 2019 fertig. Wie ist die realistische Zahl für K21 + Neubaustrecke? Die Finanzierung und Planung der Neubaustrecke ist mit S21 verbunden, soweit ich das verstanden habe. Bei K21 würde die Planung von vorne anfangen, oder? Da wollen ja sicher viele Meinungen einbezogen werden, Anlieger, Stuttgarter, Esslinger(!), Baden-Württemberger, Ulmer, Bahn, Bund, Land, usw., usf., dann Planfeststelltung… 15 Jahre bei S21.Was bleibt jetzt noch von Ihren Argumenten gegen S21? Mangelndes Vertrauen in unsere Ingenieure? Mich konnten Sie leider nicht überzeugen, trotzdem Danke für die Diskussion.Eine letzte Anmerkung: Unsere gewählten Parlamente haben entschieden, dass S21 gebaut werden soll und Gerichte haben entschieden dass S21 gebaut werden darf. Sie als Blockierer stellen sich über das Recht, „Faustrecht über Baurecht“ sozusagen. Ich finde ganz klar, das geht nicht.Ich hoffe, dass nicht erst zur Einweihungsfeier 2019 die Stuttgarter versöhnlicher werden, sondern schon früher.

  14. Zwuckelmann schreibt:

    Ja, da haben Sie Recht mit dem Flug FRA-CGN. Dann waren es genau diese beiden Linien, die eingestellt wurden. Alle anderen innerdeutschen Linien werden aber trotz Hochgeschwindigkeitsnetz munterlustig weiter bedient. Leider finde ich den entsprechenden Zeitungsartikel nicht mehr.Da K21 nicht zwangsläufig an einem Stück gebaut werden muss, sondern die Verbesserungen sukzessive angegangen werden können, lässt sich nicht unbedingt von einem „Endzeitpunkt“ sprechen. Ich lgaube schon, dass bis 2019 auch für die Ertüchtigung des Kopfbahnhofs bereits einiges gemacht werden könnte. Und weil K21 nicht am Stück fertig gebaut werden muss, sondern dann Teile gebaut werden können, wenn das Geld verfügbar ist und die Notwendigkeit besteht, dürften Planfeststellungsverfahren wesentlich schneller vorliegen. Außerdem ist bei der Ertüchtigung von K21 ein flexibles Vorgehen möglich – ich muss heute noch nicht genau sagen können, an welcher Stelle ich in 10 Jahren stehe und was ich bis dahin gemacht haben muss. Diese Option bietet S21 ja überhaupt nicht. Wenn ich S21 will, muss ich 10-15 Jahre bauen. Flexibel bin ich so gut wie gar nicht. Und den von Ihnen so gelobten technischen Fortschritt kann ich in einer solchen Planung auch nur bedingt integrieren – was bei K21 widerum problemlos möglich ist. Im Übrigen ist S21 im besten Falle 2019 fertig – die Baustellen in Stuttgart werden aber noch viele weitere Jahre existieren, denn das Gleisvorfeld muss abgebaut werden, die freiwerdenden Flächen werden bebaut werden, im schlimmsten Fall haben wir hier für immer schöne blaue Rohre für das Grundwassermanagement durch die gesamte Innenstadt. Ich freue mich wirklich nicht auf 15 Jahre Großbaustelle mitten in der Stadt und direkt am Naherholungsgebiet des Schlossgartens!Zu Ihrem Argument, dass S21 durch Parlamente und Gericht bestätigt wurden: dieses Argument ist ein Scheinargument, denn der Bürger hatte so gut wie nie die Möglichkeit, über S21 abzustimmen – nicht einmal realistischerweise bei Landtagswahlen. Ich empfehle Ihnen hier einen Artikel aus der SZ, der Ihr Argument überzeugend widerlegt: http://www.sueddeutsche.de/politik/umstrittenes-bahnprojekt-stuttgart-und-der…Und zu Ihrer letzten Anmerkung: nein, ich setze mich überhaupt nicht über ein Baurecht oder das Gesetz hinweg! Es wird ja gebaut! Ich mache nur von meinem urdemokratischen Recht der Demonstration und des zivilen Ungehorsams Gebrauch – nicht mehr und nicht weniger. Immerhin trage ich ja auch bewusst mögliche Folgen für mein Tun! Wenn Sie mir dieses Recht absprechen wollen, würde ich mir Sorgen über Ihr Demokratieverständnis machen. Demokratie ist nicht bequem! Gerade Bequemlichkeit und Ruhe sind bestimmt die schädlichsten Verhaltensweisen für eine Demokratie, denn sie lebt gerade von Unruhe und auch unbequemem Engagement!!

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