27.01.2011 #s21 Bericht zum 14. Blockadefrühstück am Nordflügel

Nachdem ich nun die vergangenen drei Wochen jeden Morgen um 5 Uhr aufstehe (mittlerweile kann ich schon gar nicht mehr länger schlafen!), um um 6 Uhr am Bahnhof zu sein, fiel es mir heute extrem schwer. Ich habe keine Zweifel über die Richtigkeit meines Tuns, es sind eher Zweifel an der Wirksamkeit, zumal ich mir immer überlege, um wie viel großartiger so ein Frühstück sein könnte, wenn wir einfach immer doppelt oder dreimal so viele wären. Was hätten wir für eine Aufmerksamkeit und wie sehr würde es motivieren, wenn jeder Morgen zu einem Happening gegen S21 würde! Und wie schlagkräftig wären wir!

Woran liegt es, dass wir so wenige sind? Es ist kalt! Es ist dunkel! Es ist oft nass! Es ist sau früh! Aber das sind ja alles keine wirklichen Gründe! Vor der Polizei braucht niemand Angst zu haben – so ein Debakel wie am 30.09. wird es (zumindest vor der Wahl) auf keinen Fall geben. Außerdem ist die Polizei nicht unser Gegner, sondern die Regierung und die Bahn! Und insgesamt gehen Blockierer und Demonstranten anständig miteinander um. Für mich gibt es keinen ersichtlichen Grund, warum sich nicht ein paar mehr aufraffen können. Hat der anmaßende „Schlichterspruch“ so viele Gegner beruhigt? Dabei geht doch jeden Tag durch die Presse, dass sich dadurch letztlich gar nichts geändert hat und alles genauso weiter geht, wie davor auch! Naja, aber klagen will ich nicht, denn mir gibt jeder Morgen zumindest das Gefühl, mein Möglichstes gegen S21 getan zu haben.

Heute Morgen waren wir ca. 15-20 Aktivisten, trafen uns an der Mahnwache und zogen dann an die Baustelleneinfahrt des Nordflügels. Heute gab es die etwas absurde Situation, dass sich der Polizeibus mit den Lautsprechern bereits vor den Baufahrzeugen gegenüber der Einfahrt postierte – und uns also anzeigte, dass die Baufahrzeuge gleich kommen würden. Kurz nach 7 kamen sie denn auch. Wie gestern ließen wir die ersten drei Fahrzeuge auf den Parkplatz fahren. Der letzte Muldenkipper wurde rechtzeitig angehalten und von fünf Frühstückern an der Weiterfahrt gehindert. Zwei, drei andere blockierten dann noch ein weiteres Fahrzeug ganz vorne auf dem Parkplatz.

Die Polizei, die mit 10 Wannen am Pariser Platz in Bereitschaft stand, war bereits mit ein, zwei Bussen vor Ort. Die Blockierer beider Fahrzeuge erhielten einen Platzverweis und ihre Personalien wurden aufgenommen. Für jeden Demonstranten gab es zwei bis drei Polizisten, die die Blockierer zu den Bussen führten. Dann fuhr auch der letzte LKW auf den Parkplatz. Der Bagger kam heute nicht in einer Mulde auf einem LKW, sondern fuhr mal wieder aus der Nordflügel-Baustelleneinfahrt unter Polizeischutz zur Baustelle an der Schillerstraße. Insgesamt war die Stimmung gut und der Umgang mit der Polizei in Ordnung.

Am ZOB ist nichts passiert. Dort wird weiter gearbeitet und die ersten Fundamente liegen bereits, der Schwerlastkran ist aber schon wieder weg.

Jetzt hoffe ich, dass mir die Großdemo am Samstag wieder etwas Auftrieb gibt und ich nicht das Gefühl habe, dass wir nur noch 5000 Leute sind, die gegen S21 protestieren und 50, die sich aktiv in den verschiedenen Bereichen engagieren (blockieren, informieren etc.)!

Oben bleiben – und bis morgen früh!

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Eine Antwort zu 27.01.2011 #s21 Bericht zum 14. Blockadefrühstück am Nordflügel

  1. Julia schreibt:

    Bild 10 find ich gut 🙂 Waren wirklich sehr nett die zwei Herren, die mich da begleitet haben!Und achja: Finde die Zusammenfassungen hier immer richtig toll und übersichtlich! Großes Lob dafür!Liebe Grüße,Julia

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