13.01.2011 Blockadefrühstück: das Vorgehen der Polizei wird härter

Wow, vier Tage in Folge schon am frühen Morgen Polizeikontakt! Und heute mein erster Platzverweis!

Ca. 50 Blockierer trafen sich gegen 6:30 vor der Baustelleneinfahrt und gegen 7:00 kam dann auch das erste Baufahrzeug. Lange geschah nichts. Erst gegen 7:30 kam die Polizei mit mehreren Manschaftswagen, kurz darauf die ersten zwei Durchsagen mit der Aufforderung, die Einfahrt frei zu machen. Nachdem vorgestern über 60 Anzeigen erstattet wurden, waren viele Blockierer sehr vorsichtig und sind, nachdem die Polizeimanschaft aufmarschierte, beiseite gegangen. Der Bauwagen kam nahezu ungehindert durch, drei, vier Tapfere hielten die Stellung und ließen sich schließlich abführen.

Das Tor blieb offen und kurze Zeit später kam der Bagger und ein LKW mit Absperrgittern herausgefahren, um die Rohre über den Platz weiter zu verlegen. Begleitet mit Pfiffen und Rufen und unter Polizeischutz fuhren Bagger und LKW zu der Stelle, an der gestern die Bauarbeiten beendet wurden. Ich stand demonstrativ auf einer Metallplatte, die die Baugrube für die Straße abdeckte – und war unversehens mit vielleicht zehn weiteren Demonstranten von 30 Polizisten umringt. Die Baustelle wurde unter Polizeischutz abgesperrt. Dann kam der Polizist, der gestern bereits mit seiner schlechten Laune und aggressiv uns von der Einfahrt vertrieben hat, auf uns zu und sagte, dass wir nun abgeführt würden, unsere Personalien aufgenommen würden und wir einen Platzverweis erhielten. Diskussionen, dass wir ja nicht so richtig im Weg standen, ließ er nicht gelten. Also wurde ich von zwei jungen Polizisten, die wenig Humor hatten, abgeführt, meine Personalien wurden aufgenommen, ich wurde fotografiert und musste eine Nummer neben mein Gesicht halten. Es wurde der Platzverweis ausgesprochen und ich durfte gehen. Also auf zur Arbeit.

Die Taktik der Polizei ist weiterhin, die Demonstranten massiv einzuschüchtern. Die Kreise, die die Polizei um die Demonstranten zieht, werden großer, der Umgangston ruppiger. Dass diese Taktik wirkt, merkt man daran, dass viele sich einfach keine weitere Anzeige leisten können oder wollen. Ich kam mir jedenfalls vor wie ein Schwerverbrecher – und das für eine Ordnungswidrigkeit! Eigenartiges Gefühl, von 30 Polizisten umringt zu sein.

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Als wir noch an den Baustellenausfahrt warteten, liefen zahlreiche Angestellte der LBBW an uns vorbei, die Oben-bleiben-Buttons trugen. Ich habe drei von ihnen angesprochen und sie gebeten, doch einfach einmal für eine halbe Stunde sich zu uns zu stellen. Alle drei haben nett und mit viel Sympathie reagiert, und ich glaube, alle drei wurden nachdenklich – und es würde mich nicht wundern, wenn ich vielleicht doch den ein oder anderen morgen früh dort sehe. Das wäre cool. Ich habe mir fest vorgenommen, auch morgen wieder auf die an uns wirklich in Massen vorbeiströmenden LBBW-Angestellten zuzugehen und sie freundlich zu fragen, ob sie nicht doch eine halbe Stunde vor der Arbeit erübrigen können. Immerhin gibt es ja sogar Kaffee.

Jetzt wird gearbeitet, morgen früh werde ich aber wieder dort sein! Die dürfen mit ihrer Einschüchterungstaktik keinen Erfolg haben!

OBEN BLEIBEN!

 

 

 

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Eine Antwort zu 13.01.2011 Blockadefrühstück: das Vorgehen der Polizei wird härter

  1. Müller schreibt:

    Hallo Zwuckelmann! Bin selbst LBBW-Angestellter und mich nerven die selbsternannten Volksvertreter wie Sie, die meinen dem Wohl der Allgemeinheit einen gefallen zu tun, indem sie Straßen und Baustellen blockieren. Sie tun mir leid, dass Sie Ihren Selbstwert aus der Sammlung von Platzverweisen und Ordnungswidrigkeiten ziehen.Für mein Gefühl geht die Polizei noch viel zu kulant vor!

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